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Das DIPF trauert um Hans Krollmann

Der ehemalige hessische Kultus- und Finanzminister ist am 16. März im Alter von 86 Jahren verstorben. Er war über zehn Jahre Stiftungsratsvorsitzender des Instituts.

In seiner Zeit als hessischer Kulturminister (1974-1984) hat Hans Krollmann erfolgreich den Versuch unternommen, die Schule an ihre genuin pädagogische Aufgabe zu erinnern und sie vor Überforderung zu bewahren. Es gelang ihm dabei, bildungspolitische Konfliktfelder vor allem im Bereich der Rahmenrichtlinien mit großer Souveränität zu bereinigen.

Krollmann war über viele Jahre hinweg eng mit dem DIPF verbunden. So hat er große Verdienste daran, dass im Zuge der deutschen Einigung die Pädagogische Zentralbibliothek (PZB) der DDR-Akademie der Pädagogischen Wissenschaften erfolgreich in das DIPF integriert und zur Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) umgewandelt werden konnte. Im Zusammenhang mit der PZB hat er sich persönlich dafür eingesetzt, dass die Existenz der Bibliothek für Hör- und Sprachgeschädigtenwesen in Leipzig gesichert wurde.

Von 1991 bis 2003 war Hans Krollmann Vorsitzender des DIPF-Stiftungsrats - ein Amt, das er vom DIPF-Gründer Erwin Stein übernahm. Als Stiftungsratsvorsitzender trug der Kultusminister a.D. wesentlich dazu bei, dass das Institut den Umbruch nach der Evaluierung durch den Wissenschaftsrat im Jahr 1997 meisterte. Auch die sehr positive Evaluation des Instituts im Jahr 2004 wäre ohne das Wirken Hans Krollmanns nicht möglich gewesen.

Der nun im Alter von 86 Jahren Verstorbene war außerdem als Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Pädagogischen Forschung (GFPF) tätig und stieß in dieser Funktion zwischen 1991 und 2003 wichtige Themen im Verhältnis von Wissenschaft und pädagogischer Praxis an.

Unter anderem wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, der Georg-August-Zinn-Medaille sowie der Wilhelm-Leuschner-Medaille ausgezeichnet.

Die deutsche Bildungslandschaft verliert mit Hans Krollmann einen weitsichtigen Politiker und eine herausragende Persönlichkeit.

zuletzt verändert: 18.03.2016