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„Der Kern eines Systems, das alle Schülerinnen und Schüler individuell fördert, ist ein adaptiver Unterricht"

Professor Dr. Eckhard Klieme erläutert auf Einladung der Länderinitiative zur Förderung leistungsstarker oder besonders leistungsfähiger Kinder und Jugendlicher die "Bildung der Vielfalt und Vielfalt der Bildung"

Klieme schlug dabei die Brücke zwischen Begabungsförderung, Umgang mit Heterogenität und „Adaptivität“ als wichtigem Aspekt der Unterrichtsgestaltung. Adaptiver Unterricht sei der „Kern eines Systems, das alle Schülerinnen und Schüler individuell fördert", so der Bildungsforscher. Dazu gehöre die „sorgfältige ,Orchestrierung', die Vielfalt der Methoden, die Differenzierung der Aufgaben und die Anpassung an die Lernbedürfnisse". Dabei wies er darauf hin, dass die Frage, was genau Adaptivität ausmache, ein aktuelles Thema der Bildungsforschung sei und gab anhand von Studienergebnissen Einblick in den derzeitigen Forschungsstand.

Neben der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Vera Reiß und dem Hamburger Senator Ties Rabe als Gastgeber der Tagung nahmen auch sämtliche Bildungsminister und -senatoren der SPD-geführten Länder an der Veranstaltung teil. Die ausrichtende Länderinitiative geht auf die „Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler" der Kultusministerkonferenz vom Juni 2015 zurück. Zur Umsetzung dieser Strategie haben die teilnehmenden Bildungsministerien die „Mainzer-Erklärung" formuliert, die mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Schulpraxis aus Bund und Ländern diskutiert werden soll, um die verschiedenen Aspekte der individuellen Förderung im schulischen Kontext zu erörtern.

Professor Klieme ist Leiter der Abteilung Bildungsqualität und Evaluation des DIPF. Die Abteilung untersucht die Qualität und Wirksamkeit von Bildungsprozessen und -institutionen. Insbesondere geht es um Fragen der Konzeptualisierung, Messung und Bewertung von Bildungsqualität, der empirischen Analyse ihrer institutionellen Bedingungen und Entwicklung sowie der Evaluation von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen und ist an der PISA-Studie beteiligt.

zuletzt verändert: 29.02.2016