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„Schwer überschaubare Vielfalt an Schulmodellen“

Im Interview mit ZEIT Online erläutert DIPF-Wissenschaftlerin Dr. Jasmin Decristan die Ergebnisse der aktuellen Schulleitungsbefragung im Rahmen der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG). Ein Befund: Deutsche Ganztagsschulen bieten reichhaltige Bildungsmöglichkeiten, die aber kaum einheitlich definiert und umgesetzt werden.

So erläutert Dr. Decristan, dass die von der Kultusministerkonferenz aufgestellten Mindestkriterien für Ganztagsschulen bei weitem nicht von allen Einrichtungen in Gänze erfüllt werden und dass diese Vielfalt in der Ganztagsschullandschaft seit 2012 zugenommen hat. So gibt zum Beispiel die Hälfte der befragten Schulleiterinnen und Schulleiter an, dass an ihren Schulen Ganztagsangebote und Unterricht nur selten vernetzt werden. Ein weiterer Beleg für die Unterschiede: Nur ein Viertel der Primarschulen und Sekundarschulen (ohne Gymnasien) sowie ein Fünftel der Gymnasien bieten eine Rhythmisierung an, die die Bildungsforscherin als „eine der wesentlichen Chancen von Ganztagsschulen“ sieht.

Im Interview stellt die Bildungsforscherin weitere Ergebnisse der Befragung vor, zum Beispiel zur Zufriedenheit des Leitungspersonals mit der Ausstattung ihrer Schulen oder zu den Kosten für die Teilnahme am Ganztag. In Bezug auf die angesprochene Vielfalt schließt sie dann mit einer Anregung: „Ich würde für mehr Transparenz plädieren. Eltern müssen wissen, womit sie rechnen können und worauf sie achten sollen.“

Mit den Schulleitungsbefragungen erfasst das StEG-Team vor allem inhaltliche Informationen dazu, wie die Ganztagsschulen strukturiert und organisiert sind. Genauere Ergebnisse zur Bildungsqualität und zu den Wirkungen der außerunterrichtlichen Angebote bieten aktuelle Forschungsbefunde, die im April veröffentlicht werden.

zuletzt verändert: 29.02.2016