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DIPF in den Medien

Acht Mal „Ungenügend“, elf Mal „Ausreichend“

Das Göttinger Tageblatt berichtet über einen Vortrag von Professorin Dr. Sabine Reh, in dem sie die Geschichte der Abituraufsätze zwischen 1812 und 1972 nachzeichnete.

Im Zentrum des Vortrags der Bildungshistorikerin Sabine Reh stand vor allem der Wandel, dem Aufgabenstellung und Bewertungsmaßstäbe von Abituraufsätzen im Fach Deutsch im Lauf der Zeit unterlagen. „Bei den Beständen aus dem 19. Jahrhundert haben wir oft Fälle, wo alle in der Klasse eine Drei haben“, berichtete die Wissenschaftlerin von relativ undifferenzierten Bewertungen zu Beginn des Untersuchungszeitraums. Untersucht worden war ein Aktenbestand aus einer Schule im Norden Berlins.

Bei diesen wenig strengen Beurteilungen durch die Lehrkräfte blieb es jedoch nicht: Reh stellte zum Beispiel auch einen Fall aus dem Jahr 1954 vor, bei dem ein Lehrer acht Mal die Note „Ungenügend“ und elf Mal „Ausreichend“ vergeben hatte. In diesem Fall hatte der Pädagoge aber weniger fachliches Wissen, sondern vielmehr persönliche Reife überprüfen wollen. „Der Aufsatz war vor allem eine Art Bewährungsprobe“, so die Wissenschaftlerin.

Der gesamte Artikel des Göttinger Tageblatts kann online gelesen werden.

Sabine Reh ist Direktorin der DIPF-Abteilung Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung.

zuletzt verändert: 28.05.2015