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DIPF in den Medien

„Bildungsreformen brauchen Zeit“

Seit mehr als acht Jahren ist die Bremer Schulreform in Kraft. Nun arbeitet eine Expertengruppe an einer Bilanz. Professor Dr. Kai Maaz vom DIPF leitet die Untersuchungen. Im Weser-Kurier gibt er einen Ausblick.

Zentraler Bestandteil des 2008 vereinbarten Bremer Konsenses zur Schulentwicklung ist ein Zwei-Säulen-Modell bei den weiterführenden Schulen. Es setzt sich aus der Oberschule und dem Gymnasium zusammen. Im Interview hebt Bildungsforscher Kai Maaz hervor: „Mit der Entscheidung für eine der beiden Schularten müssen Kinder sich noch nicht entscheiden, welchen Abschluss sie später erreichen wollen. Auch an einer Oberschule kann man zum Beispiel sein Abitur machen. Das ist wichtig.“ Darüber hinaus wurde die Inklusion, also die gemeinsame Beschulung von Kindern aus Regel-, Förder- und Sonderschulen, in Bremen vorangetrieben. Auch diese Maßnahmen sind Teil der Evaluation der Reform. Verantwortlich ist ein mehrköpfiges wissenschaftliches Konsortium.

Ohne den Ergebnissen der Überprüfung vorwegzugreifen, lobt Maaz schon jetzt die Konsequenz, mit der Bremen die Reform umgesetzt hat: „Bildungspolitiker denken oft in Legislaturperioden. Doch Bildungsreformen brauchen Zeit, damit strukturelle Veränderungen wirklich bei den Schülerinnen und Schülern ankommen.“ Auch zum wiederholt schlechten Abschneiden der Hansestadt bei den vom „Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ durchgeführten bundesweiten Vergleichstests hat der Soziologe eine klare Meinung: „Bremens Position im Ranking interessiert mich wirklich überhaupt nicht. (…) Interessant ist doch, an welchen Stellen sich Bundesländer zuletzt verbessert haben.“

Das gesamte Interview im Weser-Kurier
Pressemitteilung zum Start der Evaluation der Bremer Schulstrukturreform

zuletzt verändert: 06.01.2017