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DIPF in den Medien

„Der Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg wird etwas schwächer“

Professor Dr. Kai Maaz vom DIPF berichtet in einem Beitrag von HR2 Kultur über aktuelle wissenschaftliche Befunde zu Fragen von Bildungschancen in Deutschland. Auch wenn der Bildungsforscher langfristig leicht positive Tendenzen sieht, hält er fest: „Das Ausmaß von sozialer Ungleichheit beim Bildungserwerb ist im internationalen Vergleich weiterhin relativ groß“.

Festmachen lässt sich der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg zum Beispiel am Übergang von der Grundschule in weiterführende Schulen. Hierfür sei zwar zu 50 Prozent zunächst Leistung entscheidend, so Professor Maaz, aber auch die soziale Herkunft habe mit 28 Prozent einen nicht unbedeutenden Einfluss.

Befragt nach Wegen, diesen Zusammenhang durch Bildungsmaßnahmen zu verringern, nennt der DIPF-Wissenschaftler zwei zentrale Ansatzpunkte: (1.) die frühe Diagnose von Leistungsdefiziten mit anschließenden individuellen Fördermaßnahmen sowie (2.) ein offenes, durchlässiges Bildungssystem, das nach Möglichkeit neben dem Gymnasium nur noch eine weitere Schulformen umfasst. Auch qualitativ hochwertige Ganztagsschulangebote könnten weiterhelfen, erläutert Maaz.

Das Gespräch mit Kai Maaz (ab Minute 43) ist Teil einer HR2-Sendung, die nach der Perspektive der Reformpädagogik fragt. Anlass ist das drohende Aus für die Odenwaldschule.

zuletzt verändert: 30.04.2015