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DIPF in den Medien

„Die Vergleichbarkeit des Abiturs ist eingeschränkt“

Dr. Marko Neumann vom DIPF kommt als wissenschaftlicher Experte in einer Sendung von ARD alpha zu Wort. Das Ganze wurde zugleich als Radiobeitrag bei BR2 übertragen. Zentrale Fragestellung der Sendung: Brauchen wir das Zentralabitur in Deutschland?

Marko Neumann erläutert in der Sendung vor allem wissenschaftliche Befunde zu diesem Thema. So hat der Bildungsforscher vor einigen Jahren mit weiteren Kolleginnen und Kollegen untersucht, wie sich die Schulleistungen von Abiturientinnen und Abiturienten in Mathematik zwischen Hamburg und Baden-Württemberg unterscheiden. Kernergebnis der damaligen Untersuchungen: Die Abiturientinnen und Abiturienten in Baden-Württemberg waren, was ihre Mathe-Kompetenzen anging, denen in Hamburg um mehr als ein Jahr voraus. Trotz dieser Unterschiede erhielten sie aber etwa die gleichen Noten. Neumann betont allerdings in diesem Zusammenhang, dass Hamburg seitdem erhebliche Anstrengungen unternommen habe, um das zu ändern, und diese Ergebnisse nur auf Mathematik und beispielsweise nicht auf Englisch zutrafen.

Dennoch konstatiert der Wissenschaftler insgesamt: „Die Vergleichbarkeit des Abiturs ist eingeschränkt und es besteht ein Gerechtigkeitsdefizit.“ Zugleich warnt er: „Ich halte es für fraglich, dass mit einer schnellen Einführung eines Zentralabiturs alles gelöst wäre. Ich finde es richtig, dass man zunächst den Weg einschlägt, Standards zu vereinheitlichen.“ Und auch mit einheitlichen Standards sei es nicht getan, so Neumann: „Die schulischen Rahmenbedingungen müssen ebenso angepasst werden.“

Der gesamte Beitrag von ARD alpha mit den Einordnungen von Dr. Marko Neumann (ab Minute 34) ist online verfügbar.

zuletzt verändert: 15.06.2015