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DIPF in den Medien

Mehr als nur ein Ranking

Im aktuellen NDR-Bildungsreport erläutert Professor Dr. Eckhard Klieme vom DIPF, welch vielfältigen Nutzen die PISA-Studie mit sich bringt, worauf man achten muss, wenn man Bildung aussagekräftig international vergleichen möchte, und was er von den Thesen vieler populärwissenschaftlicher Publikationen hält.

Gleich zu Beginn des Interviews stellt Eckhard Klieme klar, dass nicht die Rankings der PISA-Studie entscheidend sind, und dass es „für die Bildungspraxis und für die Bildungspolitik viel spannender ist, wie unterrichtet wird und wer welche Chancen hat“. Dazu braucht es begleitende Befragungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften, die das DIPF für PISA und dabei für den Einsatz in allen 70 teilnehmenden Ländern konzipiert und auswertet. Dabei erfährt man dann mehr zu den Bedingungen, unter denen die Schüler lernen, und zu der Frage, wie sie sich selbst einschätzen.

Darüber hinaus legt der Bildungsforscher dar, wie aufwändig es ist, die Testinstrumente und Fragebögen in die verschiedenen Landessprachen zu übersetzen und wie lange sich dafür zahlreiche Spezialistinnen und Spezialisten mit jeder einzelnen Formulierung befassen. Außerdem blickt er auf die mittelfristigen Bildungsentwicklungen in Deutschland der vergangenen Jahre zurück und hebt unter anderem hervor, dass trotz aller weiterhin bestehenden sozialen Unterschiede inzwischen mehr Arbeiterkinder aufs Gymnasium gehen.

Zum Schluss schwenkt Professor Klieme noch einmal auf ein anderes Thema – die viel diskutierten Thesen von Autoren wie Professor Dr. Richard David Precht, Professor Dr. Manfred Spitzer und Dr. Gerald Hüther. Klieme lobt diese Verfasser populärwissenschaftlicher Schriften zwar dafür, dass es Ihnen gelingt, hohe Aufmerksamkeit für ihre Ausführungen zu generieren. Zugleich findet er aber, dass sie sich wissenschaftlich „das Leben zu leicht“ machen. So sei etwa die Aussage von Richard David Precht, dass man für einen Mathematikunterricht keine Lehrkraft mehr braucht und dies auch selbstständig am Computer geht, mit dem aktuellen Kenntnisstand der empirischen Bildungsforschung nicht vereinbar.

Das komplette Interview des NRD-Bildungsreports mit Eckhard Klieme (ab Minute 20:20)

Alle Informationen zu den Arbeiten des DIPF im Rahmen der PISA-Studie

zuletzt verändert: 10.06.2016