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DIPF in den Medien

Qualität in der frühen Bildung – was nun?

Über die Weiterentwicklung von Kitas und früher Förderung debattierten auf dem Parlamentarischen Abend der Leibniz-Gemeinschaft Bildungsforschung und Bildungspolitik – darunter Professor Dr. Marcus Hasselhorn vom DIPF. Die komplette Podiumsdiskussion ist jetzt auf Video verfügbar.

Das Podium war hochkarätig besetzt: Franziska Brantner, kinder- und familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Bettina Bundszus, Abteilungsleiterin Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf der einen Seite, Professor Dr. Hans-Günther Roßbach, Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe, Professorin C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung „Bildung und Familie“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Geschäftsführender Direktor des DIPF, auf der anderen Seite.

Und bei einigen allgemeinen Statements und Einschätzungen war sich die Runde durchaus einig: „Das System der frühen Bildung ist weiterhin unterfinanziert.“, „Die Integration der Flüchtlingskinder und die Frage nach der Qualität in der frühen Bildung müssen gemeinsam betrachtet werden.“, „Investitionen in die frühe Bildung zahlen sich volkswirtschaftlich aus, denn sie helfen Folgekosten – etwa auf dem Arbeitsmarkt – zu vermeiden.“. Dennoch war es vor allem an der Bildungsforschung zu benennen, woran es noch konkret mangelt, welchen Herausforderungen man sich stellen muss.

So verwies etwa Professorin Spieß darauf, dass sich die „Rendite“ von Investitionen in die frühe Bildung nicht unmittelbar, sondern eher erst nach 10 bis 20 Jahren zeige, und es daher von Seiten der Bildungspolitik eines langen Atems bedürfe, hier am Ball zu bleiben. Hans-Günther Roßbach mahnte, dass es nicht allein ausreiche, die Kitas mit mehr Personal auszustatten, sondern dass man sich auch sehr genau die Qualität der einzelnen Förderprozesse und -methoden in den Einrichtungen anschauen müsse.
In diesem Zusammenhang betonte auch Marcus Hasselhorn, dass der Bedarf an individueller Förderung angesichts von Inklusion und mehr zu integrierender Flüchtlingskinder sicherlich noch steige. Einen wichtigen Ansatzpunkt, um dieser Herausforderung zu begegnen, sieht er in einer „mehr auf die individuellen Bedarfe ausgerichteten Ausbildung und Zusammenstellung von Teams in den Kitas“. Zur Bildung solcher multifunktionalen Teams wäre es aus seiner Sicht zu begrüßen, den Anteil der akademisch ausgebildeten Fachkräfte in den Kitas, der derzeit bei zwei Prozent liege, auf vielleicht vier Prozent zu erhöhen. Auch wenn den „klassisch“ ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern natürlich weiterhin eine zentrale Rolle zukomme, so Hasselhorn.

Alle Argumente und Einschätzung kann man sich im Detail auf Video ansehen. Die Leibniz-Gemeinstellt hat die komplette Diskussion gefilmt und stellt diesen Mitschnitt in ihrer Mediathek zur Verfügung.

zuletzt verändert: 19.11.2015