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DIPF in den Medien

Zu unreif für die Reifeprüfung?

Letzte Woche ist es in Köln rund um das Abitur zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen. Die dpa fragt nun nach den Ursachen: Sind die Abiturientinnen und Abiturienten auch angesichts der Gymnasialzeitverkürzung (G8) zu unreif? Dazu führte der Autor des Medienberichts auch ein Gespräch mit Dr. Marko Neumann vom DIPF, der sich dabei an nachweisbare Fakten hielt.

Zwar ist klar, dass Schülerinnen und Schüler an G8-Gymnasien ein Jahr kürzer an der Schule bleiben und ein Jahr „in dieser Lebensphase eine ganze Welt bedeuten kann", wie Marko Neumann es beschreibt. Dennoch verweist der Bildungsforscher darauf, dass sich persönliche Reife kaum messen lasse und daher Klagen über die subjektiv wahrgenommene Unreife der Abiturientinnen und Abiturienten empirisch nicht belegbar seien. Zudem warnt Neumann davor, allein auf die kürzere Verweildauer auf dem Gymnasium in Bezug auf das Verhalten der jungen Erwachsenen zu schauen: „Jugendliche wachsen heute anders auf als früher, auch so verändern sich Persönlichkeitsmerkmale. Es ist also schwierig, nun alles auf den Faktor Schulzeitverkürzung zurückzuführen.“  Wozu es Belege gebe, seien größere Belastungen für die G8-Schülerinnen und -Schüler, so der DIPF-Forscher. Ein Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen erschließe sich daraus aber nicht.

Der gesamte Artikel der dpa (hier „Die Welt“)

Eine neue, von Dr. Neumann mitherausgegebene Publikation gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Abitur und Gymnasialreformen.

Auf der didacta hat der Bildungsforscher eine online verfügbare Präsentation zu den Unterschieden bei den Abiturleistungen gehalten.

zuletzt verändert: 23.03.2016