Publikationen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der DIPF-Arbeitseinheit "Bildung und Entwicklung" 2011 veröffentlicht haben.
Riediger, M., Wrzus, C., Schmiedek, F., Wagner, G. G., & Lindenberger, U. (2011). Emotion, 11, (3) 656-665. Copyright © 2011 American Psychological Association.
Weitere Informationen: www.apa.org/pubs/journals/emo/index.aspx
Sich gut zu fühlen ist ein zentrales Ziel menschlicher Motivation. Es kommt aber vor, dass Menschen absichtlich negativen Affekt aufrechterhalten oder verstärken. In einer Studie des MPI für Bildungsforschung und des DIW wurde der Einfluss solch kontrahedonischer Motivation auf kognitive Leistungen im Alltag untersucht. 378 Personen im Alter von 14 bis89 Jahren bearbeiteten Fragen zur momentanen Motivationslage und eine Arbeitsgedächtnisaufgabe auf Mobilfunkgeräten, von denen sie über Wochen hinweg „angepiepst“ wurden. Kontrahedonische Motivation wurde im Mittel zu 15 Prozent der Zeitpunkte berichtet und hing negativ mit der Leistung zusammen – ein Hinweis, dass motivationale Prozesse eventuell kognitive Ressourcen erfordern und die Leistungsfähigkeit einschränken.
Gawrilow, C., Gollwitzer, P. M., Oettingen, G., (2011). Journal of Social and Clinical Psychology, 30 (6), 616-646
Dieser Artikel berichtet über zwei experimentelle Studien, in denen exekutive Funktionen (z. B. Reaktionsinhibition) bei Kindern mit ADHS erfasst wurde. Konkret wurde untersucht, ob Selbstregulationsstrategien hilfreich sein können, zur Überwindung exekutiver Funktionsdefizite, die Kinder mit ADHS typischerweise zeigen. Tatsächlich können Kinder mit ADHS in einer Shifting-Aufgabe von Wenn-Dann Plänen mehr profitieren als von neutralen Instruktionen oder Zielintentionen (Experiment 1). Experiment 2 zeigt weiterhin, dass Kinder mit ADHS in einem Resistance to Distraction-Paradigma von aufgabenförderlichen und versuchungshemmenden Wenn-Dann Plänen profitieren können. Diese Ergebnisse haben Implikationen für weitere Studien und für die Praxis.
Hasselhorn, M., & Breznitz, Z. (Eds.) (2011). Journal of Neurolinguistics, 24, 521-610
Anhaltende Lese- und Rechen-Schwierigkeiten sind im Grundschulalter weit verbreitet. Neben soziokulturellen Faktoren stehen insbesondere neurokognitive Defizite mit solchen Lernstörungen im Zusammenhang. Die empirischen Arbeiten dieses Sonderheftes beleuchten Vorläuferfertigkeiten der beiden Teilleistungen und setzten sich damit auseinander, inwieweit domänenübergreifende und domänenspezifische Faktoren für das Entstehen von Lernschwierigkeiten verantwortlich sind. In sieben Beiträgen werden dazu aktuelle Debatten aufgegriffen. Neben der Betrachtung des Arbeitsgedächtnisses, der Benenngeschwindigkeit und der Strategieentwicklung, werden Ergebnisse zu symbolischen und nicht-symbolischen numerischen Repräsentationen sowie neurowissenschaftliche Befunde zur Sprachverarbeitung berichtet.
