DIPF und GFPF würdigen die Verdienste des ehemaligen Amtschefs des bayerischen Kultusministeriums um Bildung und Erziehung in Deutschland
Der Erich-Hylla-Preis 2011 geht an den ehemaligen Amtschef des bayerischen Kultusministeriums, den Ministerialdirektor a. D. Josef Erhard. Der Preis würdigt Erhards herausragende Verdienste um Bildung und Erziehung in Deutschland und wird vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Verbindung mit der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF) verliehen.
Als langjähriger Vorsitzender der Amtschefskommission „Qualitätssicherung in Schulen“ der Kultusministerkonferenz habe Erhard „maßgeblich den Paradigmenwechsel zu einer neuen Steuerung von Schulentwicklung über regelmäßige internationale Leistungsvergleichsuntersuchungen, Bildungsstandards und die nationale Bildungsberichterstattung vorangetrieben“, betonten Professor Dr. Marc Rittberger, Direktor des DIPF, und Ministerialdirigent a. D. Bernd Frommelt, Präsident der GFPF, bei der Verleihung im Rahmen eines Festaktes in Frankfurt.
Laudatorin Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, hob hervor, dass sie Erhard seit seiner Ernennung zum Amtschef des bayerischen Kultusministeriums im Jahr 1998 kenne und schätze und unterstrich: „Ein Verdienst von Josef Erhard ist sicherlich, dass Bildungsforschung und Bildungspolitik einander so zu verstehen gelernt haben, dass eine Weiterentwicklung auch in der Pädagogik und Didaktik gefördert wurde, und dass die Bedürfnisse und Interessen von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften bei Reformen mit in den Blick genommen wurden.“
Erhard, der 2002 den Vorsitz der Amtschefskommission „Qualitätssicherung in Schulen“ übernommen hatte und diese Kommission über neun Jahre hinweg leitete, habe durch seine kluge Moderation entscheidend dazu beigetragen, dass Veränderungen im deutschen Bildungssystem erfolgreich umgesetzt werden konnten, sagte Doris Ahnen. In den Gremien der Kultusministerkonferenz hat der gebürtige Erdinger die Umgestaltung zu einer datengestützten Qualitätssicherung von Schulentwicklung kompetent vorbereitet, begleitet und gelenkt sowie entscheidend an der Entwicklung einer Gesamtstrategie eines nationalen Bildungsmonitorings mitgewirkt. Auf diesem Weg wurde nicht zuletzt die Rolle der empirischen Bildungsforschung in Deutschland neu bestimmt.
Der Erich-Hylla-Preis wurde 1977 zur Ehre Erich Hyllas, des ersten Direktors des DIPF, gestiftet. Das DIPF und die GFPF verleihen ihn alle drei Jahre an Personen, die sich herausragend um Bildung, Wissenschaft und Erziehung in Forschung oder Praxis verdient gemacht haben. Der Preis 2011 wurde am gestrigen Montag in Frankfurt am Main vor rund 350 Gästen, darunter viele namhafte Vertreterinnen und Vertreter der Bildungsforschung, der Bildungspolitik, und der Bildungspraxis, überreicht.
Im Zuge des Festaktes wurde zudem das 60-jährige Bestehen des DIPF gefeiert.
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Presse: Philip Stirm, DIPF, Tel. 069 / 24708-123, E-Mail: stirm@dipf.de, www.dipf.de, www2.dipf.de/gfpf/
Das DIPF ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 87 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie zwei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Weitere Informationen unter www.leibniz-gemeinschaft.de.
Die GFPF kooperiert eng mit dem DIPF. Ziel der Gesellschaft ist es, die pädagogische Forschung zu fördern, um ihre Ergebnisse für das gesamte Bildungswesen und die Bildungspraxis nutzbar zu machen. Dazu veranstaltet sie Tagungen, veröffentlicht Forschungsergebnisse, unterstützt Forschungsarbeiten und bietet dem wissenschaftlichen Nachwuchs Gelegenheiten, Forschungsbefunde zu präsentieren, und vergibt gemeinsam mit dem DIPF den Erich-Hylla-Preis.
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