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DIPF-Vortrag bei Treffen von elf Staatsoberhäuptern

Professor Dr. Marcus Hasselhorn vom DIPF führt auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck heute in das Thema „Bildung und Teilhabe“ ein.

Als diesjähriger Gastgeber der Arraiolos-Gruppe begrüßt Bundespräsident Joachim Gauck in diesen Tagen zehn weitere europäische Staatsoberhäupter in Deutschland. Heute kommen sie in Erfurt zusammen und diskutieren das Thema „Bildung und Teilhabe“. Eine Einführung hierzu gibt dabei Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).

In seinem Vortrag hebt Professor Hasselhorn hervor, dass Bildung ein äußerst wirksames Instrument sein kann, um Teilhabe zu fördern. Derzeit stehen die europäischen Bildungssysteme aber vor der Herausforderung, allen Gesellschaftsmitgliedern gleiche Chancen zu ermöglichen und die Integration von Flüchtlingen zu unterstützen. In diesem Kontext macht der Bildungsforscher anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse drei zentrale Ansatzpunkte aus:

  1. Im Bereich der frühkindlichen Bildung wird die entscheidende Grundlage für Beteiligung und damit für gesellschaftliche wie individuelle Entwicklung gelegt.
  2. Hinsichtlich des Abbaus von sozial- und migrationsbedingten Ungleichheiten besteht im Bildungswesen aller europäischen Staaten noch Optimierungsbedarf.
  3. Erkenntnisse aus der Forschung sollten nicht nur in die Konzeption von Bildungsreformen zur Verwirklichung von mehr Chancengerechtigkeit einfließen. Auch die Umsetzung der Maßnahmen sollte wissenschaftlich begleitet werden.

Im Anschluss an den Vortrag debattiert die Arraiolos-Gruppe die Thematik. Die nach einem portugiesischen Ort benannte Gruppe nicht-exekutiver Staatsoberhäupter der EU trifft sich seit 2003 einmal im Jahr zum Austausch. In diesem Jahr nehmen neben dem Bundespräsidenten die Staatsoberhäupter von Bulgarien, Estland, Finnland, Italien, Lettland, Malta, Polen, Portugal, Österreich und Slowenien teil. Als erste Station ihres zweitägigen Treffens kam die Gruppe gestern auf der Wartburg zusammen, wo sie sich nach einer Einführung zur Geschichte der Reformation und ihrer Bedeutung für die Gegenwart mit dem Zusammenhalt in Europa befasste.

Professor Dr. Marcus Hasselhorn ist über seine Funktion als Geschäftsführender Direktor des DIPF hinaus Leiter der Institutsabteilung „Bildung und Entwicklung“ und zugleich Professor für Psychologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Forschungszentrums IDeA (Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk) und Sprecher des Forschungsverbundes „Bildungspotenziale“ der Leibniz-Gemeinschaft.

Pressekontakt: Philip Stirm, DIPF, +49 (0)69 24708-123, stirm@dipf.de

zuletzt verändert: 22.09.2015