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Pressemitteilungen

Ein Bindeglied zwischen Bildungsforschung und Lehrkräften

Was macht guten Unterricht aus und wie lässt sich der Austausch hierzu verbessern? Ein neues DIPF-Projekt systematisiert den Dialog zwischen Forschung und Praxis

27. April 2015

Bildungsforscherinnen und Bildungsforscher bemängeln häufig, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse nur schleppend in der Praxis aufgegriffen werden. Von Lehrerinnen und Lehrern ist wiederum oft die Kritik zu hören, dass sich Forschungsergebnisse nicht ohne Weiteres im Schullalltag anwenden lassen. Der Austausch zwischen beiden Gruppen kann demnach noch intensiviert werden – und hier setzt das neue Projekt „wissenschaf(f)tpraxis“ des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) an. Auf der Basis ausführlicher Interviews sollen in einem Workshop Vertreterinnen und Vertreter beider Gruppen herausarbeiten, was sie jeweils unter gutem Unterricht verstehen und wie sich der Dialog zwischen Forschung und Praxis weiterentwickeln lässt. Mit den ersten Vorbereitungen für den Workshop, der im Herbst dieses Jahres in Frankfurt am Main stattfinden soll, hat das von der Robert Bosch Stiftung geförderte Projekt jetzt seine Arbeit aufgenommen.

So führte das Projektteam mit zehn Lehrkräften und zehn Vertreterinnen und Vertretern aus der Unterrichtsforschung Interviews und Gruppendiskussionen durch. Zum einen galt es, die jeweiligen Vorstellungen von „Unterrichtsqualität“ getrennt voneinander zu erfassen. „Beide Gruppen beschreiben guten Unterricht mit ganz ähnlichen Begriffen, wir müssen nun aber noch eingehender untersuchen, was die spezifischen Gemeinsamkeiten und Besonderheiten sind“, berichtet Dr. Jasmin Decristan, Mitglied des Leitungsteams von „wissenschaf(f)tpraxis“. Zum anderen dienten die Treffen dazu, die Erwartungen, die sich an den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis richten, und die Herausforderungen, die damit verbunden sind, zu identifizieren. „Es gibt viele verschiedene Ansätze, wie man den Austausch verbessern könnte. Uns interessiert vor allem, welche Faktoren dazu beitragen, dass von einem solchen Austausch beide Seiten profitieren – sowohl die Forschung als auch die Praxis“, fasst Dr. Ulrike Hartmann, ebenfalls Teil der Projektleitung, zusammen.

Die DIPF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter werten nun die Interviews und Diskussionen aus. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Konzeption des Workshops ein und werden auf der Veranstaltung im Herbst in aufbereiteter Form präsentiert. Dazu sind insgesamt rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Schulpraxis eingeladen, um die Konzepte zum Thema „Unterricht“ in direktem Austausch zu konkretisieren und Ansätze für eine fruchtbare Kooperation zu diskutieren.

Kontakt

Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) unterstützt Wissenschaft, Administration und Praxis im Bildungsbereich durch Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur. Forschungsschwerpunkte sind die Struktur und die Steuerung des Bildungswesens, die Qualität und die Wirkung von Bildungsprozessen, die individuelle Entwicklung in Bildungskontexten, Möglichkeiten der Bildungsinformation und die Bildungsgeschichte. Zu den wissenschaftlichen Infrastrukturangeboten des Instituts zählen Online-Informationssysteme wie der Deutsche Bildungsserver, das Bereitstellen von Forschungsdaten und -literatur sowie die Koordination und Beratung von Forschungsverbünden. Das DIPF ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

zuletzt verändert: 27.04.2015