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Veranstaltungen

Aus dem Schatten treten

Berlin, 27. Mai. Eigenständige Frauen an der Seite gelehrter Männer: Zusammen mit der Technischen Universität Dresden organisiert die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung eine Tagung zu Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts, die wissenschaftlich und künstlerisch arbeiteten. Bereits am 24. Mai stimmt eine Lesung zu Else Jaffé-von Richthofen auf die Veranstaltung ein.

Aus dem Schatten treten

Erster Tagesordnungspunkt: Das Schaffen von Johanna Kinkel (1810–1858)

In den Räumen der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) in Berlin findet am 27. Mai die Tagung "Aus dem Schatten treten" statt. Sie widmet sich Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts, die ungeachtet des gesellschaftlich Akzeptierten an der Seite eines bekannten Forschers oder Künstlers eigenständig wissenschaftlichen oder künstlerischen Fragen und Aufgaben nachgingen oder die Aufgaben ihrer gelehrten männlichen Bezugspersonen um einen eigenen Anteil ergänzten. Die Tagung verbindet Beiträge der Geschlechterforschung und der Wissenschaftsgeschichte mit Einzelfall- und Biografie-Studien.

Ein paar Tage zuvor stimmt eine Lesung von Eberhard Demm über Else Jaffée-von Richthofen auf die Veranstaltung ein. Else Jaffeé von Richthofen(1874-1973) gehörte zu den ersten Frauen in Deutschland, die nach ihrer Lehrerinnenausbildung promovierten. Die Heidelberger Geselligkeits- und Kommunikationskultur, die emanzipatorische Erotik der Schwabinger Bohème und die Münchner Situation in Weltkrieg und Revolution geben den Rahmen ab für ihr Leben in offener Ehe mit dem Millionär Edgar Jaffé und als Geliebte der Brüder Alfred und Max Weber. In seiner Biografie ("Else Jaffée-von Richthofen. Erfülltes Leben zwischen Max und Alfred Weber") konzentriert sich Autor Demm auf die erste Hälfte ihres langen Lebens. Im Mittelpunkt steht Else Jaffeés intellektuelle, berufliche und erotische Emanzipation von den Zwängen der Wilhelminischen Gesellschaft. Die Lesung beginnt am Dienstag, 24. Mai, um 18.30 Uhr im Lesesaal der BBF.

Beide Veranstaltungen richten sich ebenso an die bildungsgeschichtlich interessierte Öffentlichkeit wie an ein Fachpublikum.

Tagungsprogramm

Adresse: Warschauer Straße 34-38, 10243 Berlin

9:00 Uhr
Begrüßung
Direktorin der BBF Sabine Reh
Eröffnung der Tagung
Sonja Häder und Ulrich Wiegmann

9:15 Uhr
Johanna Kinkel (1810–1858) als Balladenkomponistin: Rezeptionsgeschichte ex nihilo?
Anja Bunzel

10:00 Uhr
Anna Auerbach (1861–1933) – Zwischen Salon, Politik und Mäzenatentum
Holger Kliche

10:45 – 11:00 Uhr Kaffee- und Teepause

11:00 Uhr
Marie Baum (1874–1964): Zwischen Wissenschaft und weiblicher Kulturmission
Walburga Hoff

11:45 Uhr
Tina Haim-Wentscher  (1887–1974) – ein Bild der Neuen Frau
Martina Dlugaiczyk

12:3013:30 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr
Subjektformen und Subjektivierungsprozesse: Elisabeth [Sträter]Ahrbeck (1882–1961) und Rosemarie [Wothge]Ahrbeck (1926–1981) – erste und zweite Ehefrau des Pädagogen Hans Ahrbeck (1890–1981)
Sonja Häder

14:15 Uhr
Melorles Geliebtester. Nach dem Tagebuch (1938–1959) der Leonore Alt
Ulrich Wiegmann

15:00 – 15:15 Uhr Kaffee- und Teepause

15:15 Uhr
Begleiterin, Assistentin, Geliebte: Die Felsbildforscherin Erika Trautmann-Nehring (1897-1968)
Reena Perschke

16:00 Uhr
Ein Resümee:  Ähnlichkeit und Differenz der Fälle, Theorie, Methode – erste Folgerungen
(N.N.)

16.30 Uhr Ende der Tagung

Tagungsanmeldung (bis 20. Mai 2016)

http://bbf.dipf.de/aktuelles/tagungen/anmeldung-tagung-aus-dem-schatten-treten

zuletzt verändert: 01.05.2016