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Veranstaltungen

Tagung „Wissenspraktiken im pädagogischen Feld“

Berlin, 20./21. November 2015. Die BBF lädt zur Tagung „Wissenspraktiken im pädagogischen Feld. Profession, Wissenschaft und Beratung in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990“ ein.

Die Frage, welches Wissen als relevant, legitim oder einfach nur nützlich anerkannt wird, ist (nicht nur) für das pädagogische Feld grundlegend und Kern vielfältiger Abgrenzungs- und Vereinnahmungsbemühungen. So bestimmen zum Beispiel Dichotomien, die anhand der Gegensätze von professioneller, schulischer Praxis und erziehungswissenschaftlicher Theorie konstruiert werden, in wechselnden Konjunkturen das gesamte Feld. Ebenso werden etwa innerhalb der Erziehungswissenschaft zwischen ‚philosophischer‘ und ‚empirischer‘ Wissensherstellung Gegensätze ausgemacht.

Sich den daraus resultierenden Spannungen und Interdependenzen im pädagogischen Feld aus historischer Perspektive zu nähern und herauszuarbeiten, wie sich im Ringen um die „richtigen“ Zugänge zu „gültigem“ pädagogischen Wissen unter anderem die Fachdisziplin selbst verändert hat und welche Verschiebungen, Vereinnahmungen und Überlagerungen im Kräfteverhältnis zwischen Profession, Wissenschaft und Beratung auszumachen sind, kann für gegenwärtige Entwicklungen aufklärend und erklärend sein.

Aus diesem Grund soll im Rahmen der Tagung den unterschiedlichen Überlagerungs- und Abgrenzungsbewegungen vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis etwa 1990 nachgegangen werden, da in diesem Zeitraum in der Bundesrepublik wichtige, das pädagogische Feld – einschließlich der  Erziehungswissenschaft – betreffende, Veränderungen erfolgten.

Organisation:

Sabine Reh (BBF/Humboldt-Universität zu Berlin), Tilman Drope (BBF) und Edith Glaser (Universität Kassel)

Ort:

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Warschauer Straße 36, 10243 Berlin, Etage 1, Raum 36

Anmeldung/Kontakt:

Tilman Drope (E-mail: )

Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl auf 30 Personen begrenzt. Anmeldeschluss ist Freitag, 6. November 2015.

Tagungsprogramm

Freitag, 20.11.2015

9:00 Uhr

Begrüßung und Einführung: Wissensfelder und Wissenspraktiken – Ansätze einer Geschichte des Wissens über Bildung und Erziehung in der Bundesrepublik
Sabine Reh (BBF/HU Berlin) und Edith Glaser (Universität Kassel)

9:30 Uhr

„Die heilige Kuh Bildungsgeschichte schlachten“. Wissenschaftswandel im Laboratorium des Kriegs und seine Auswirkungen auf Erziehung und Bildung
Anne Rohstock (Universität Tübingen)

10.30 Uhr

Empirische Bildungsforschung der ersten Phase? Die ‚vergessene‘ Geschichte der Hochschule für Internationale Pädagogische Forschung
Britta Behm (BBF/HU Berlin)

Hylla, Dewey und angewandte Erziehungswissenschaft – Forschungsorganisation in der HIPF
Sabine Reh (BBF/HU Berlin)

Rechts, links, empirisch? Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung im bildungspolitischen Kontext der 1970er Jahre
Benjamin Hasselhorn (Wittenberg)

13.00-14:00 Uhr Mittagsimbiss in der BBF

14:00 Uhr

„Abendländische Bildung“ gegen den „Geist der Technokratie“: Zur Rekonstruktion humanistisch-geisteswissenschaftlicher Positionen im pädagogischen Diskurs nach 1945
Julia Kurig (Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg)

Der Deutsche Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen – zwischen Bewahrung und Aufbruch
Edith Glaser (Universität Kassel)

16:15 Uhr

Von der Pauk- zur Wohlfühlschule? Westdeutsche Schuldiskurse der 1970/80er Jahre
Monika Mattes (BBF)

Der „Bremer Plan“ zwischen gewerkschaftlicher Bildungspolitik und pädagogisch begründeter Bildungsreform
Jakob Baier (Universität Kassel)

Im Anschluss: Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen

Samstag, 21.11.2015

9:00 Uhr

„Den Graben überwinden“. Das Pädagogische Zentrum Berlin als Mittler zwischen Theorie und Praxis in der Lehrerweiterbildung
Tilman Drope (BBF)

Das „Kasseler Modell“ – Rekonstruktion einer Symbiose von Bildungsreform, Reformuniversität und innovativer Lehrerbildung
Steffen Billich (Universität Kassel)

„Pädagogik in der Lehrerbildung“ – Krisen, Kulturen und Praktiken des Schweizerischen Pädagogischen Verbands (SPV) in Bezug auf berufliche Wissensformen in den 1960er und 70er Jahren
Andreas Hoffmann-Ocon (PH Zürich)

Das Allensbacher Institut als Bildungsberatungsakteur
Norbert Grube (PH Zürich)

12:30 Uhr – 13:00 Uhr Kaffeepause

13:00 Uhr

Zusammenfassung und Kommentar / Abschlussdiskussion
Britta Behm (BBF/HU Berlin)  und Thomas Koinzer (HU Berlin)

14:30 Uhr Ende der Tagung

zuletzt verändert: 19.11.2015