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"Aufgabe der Schule geht über Basiskompetenzen hinaus"

5. November 2014. Frankfurt am Main. In ihrer Dankesrede bestätigte Hylla-Preisträgerin Cornelia von Ilsemann gestern, warum sie von der Gesellschaft zur Förderung der Pädagogischen Forschung und vom DIPF mit der Auszeichnung bedacht wurde. Die ehemalige Senatsdirektorin in der Bildungsbehörde Bremen steht für den herausragenden Einsatz für Bildungsreformen im Austausch mit der Forschung.

Auch wenn Cornelia von Ilsemann mittlerweile im Ruhestand ist: Ihr Engagement wirkt weiterhin nach. Das belegte der Fachvortrag von Professor Dr. Olaf Köller, Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik" (IPN). Er begleitete in enger Kooperation mit von Ilsemann wissenschaftlich das Programm "Schule macht sich stark" (SMS) aus Bremen und lobte den kooperativen und aufgeschlossenen Umgang von Ilsemanns mit wissenschaftlichen Eigenheiten, Kritik und Befunden. Das von Frau von Ilsemann initiierte Aktionsprogramm zur Förderung von Schulen in kritischer Lage lief von 2004 bis 2009 sehr erfolgreich an zwölf Bremer Schulen. Zudem habe, so Köller, das Programm in den Bremer Einrichtungen über seinen direkten Teilnehmerkreis hinaus viele Schul- und Unterrichtsentwicklungsmaßnahmen ausgelöst.

Die Laudatio hielt Professor Dr. Klaus-Jürgen Tillmann, bis zu seiner Emeritierung 2008 Professor für Schulpädagogik und Wissenschaftlicher Leiter an der "Laborschule" Bielefeld. Die langjährige Kooperation zwischen dem Laudator und Cornelia von Ilsemann geht bis zurück in die Anfänge der Karriere der Preisträgerin, als sie als Lehrerin an der Max-Bauer-Schule in Hamburg gemeinsam mit anderen Lehrkräften eine "Profiloberstufe" konzipierte. Tillmann würdigte über die berufliche Tatigkeit hinaus die Person Cornelia von Ilsemann: eine "pragmatische Linke", Anhängerin der Idee der Gesamtschule, ohne dogmatisch zu sein, durchsetzungsfähig und empathisch.

Dass ihr Schule und Schulentwicklung auch über den beruflichen Werdegang hinaus eine Herzensangelegenheit sind, zeigt nicht nur ihr derzeitiges Engagement als Mitglied der Vorjury des Deutschen Schulpreises und einer Programmgruppe der Schulpreisakademie - in ihrer Dankesrede formulierte sie fünf Thesen zum Umgang der Bildungspolitik mit den Erkenntnissen der Forschung, der Implementation von Qualitätsmaßnahmen und dem Stellenwert von messbaren Leistungen: "Die gemessenen Schülerleistungen in den Basiskompetenzen spiegeln einen wichtigen Teil der pädagogischen Arbeit in der Schule. Aber die Bildungs-Aufgabe von Schule geht auch weit darüber hinaus: Beides öffentlich zu benennen, ist notwendig."

zuletzt verändert: 06.11.2014