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Forschung

Bildungsrenditen und Bildungsverläufe

Dieses Forschungsthema fokussiert auf die Konsequenzen von Bildungsentscheidungen, erworbenen Kompetenzen und Zertifikaten in Bezug auf mittel- und langfristige Erträge von Bildung.

Die erfolgreiche menschliche Entwicklung über die gesamte Lebensspanne hängt sowohl von individuellen, persönlichen Merkmalen als auch von Umweltfaktoren ab, wie sie beispielsweise wichtige Bezugspersonen und sozialen Institutionen darstellen. Die relative Wichtigkeit der persönlichen Merkmale bzw. der Kontexte unterscheidet sich in verschiedenen Lebensphasen und in unterschiedlichen Gebieten menschlicher Entwicklung. Während beispielsweise die Eltern für ihre Kinder in vielerlei Hinsicht eine dominierende Rolle während der frühen Kindheit bis zur frühen Jugend spielen, gewinnen während der Pubertät andere Bezugspersonen zunehmenden Einfluss; im Laufe des Erwachsenseins kann der Einfluss der Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder fast vollständig verschwinden. Insbesondere in der Domäne des schulischen Lernens und - auf einer generelleren Ebene - der kognitiven Entwicklung spielt während der Kindheit und Jugend die soziale Institution Schule eine wichtige, vielleicht sogar die wichtigste Rolle. Zudem haben Schulen einen Einfluss auf die Formung und Entwicklung von selbstbezogene Kognitionen, Interessen und Motivation, Einstellungen und anderen persönlichen Eigenschaften und sozialen Beziehungen und prägen derart ebenso die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sie ist auch die maßgebende Instanz, die für die Individuen erworbene Fähigkeiten in Bereichen Lesen, Fremdsprachen, Mathematik oder Naturwissenschaften zertifiziert. Im Lebenslauf weitergehend wird die Instanz Schule mit dem Übergang in Ausbildung und das Berufsleben ergänzt bzw. abgelöst durch andere Institutionen wie etwa Universitäten und Arbeitgeber.

Unter Einnahme einer Lebensverlaufsperspektive werden individuelle Bildungsverläufe vor dem Hintergrund sozialer und institutioneller Strukturen analysiert. Dieses komplexe Wechselspiel zwischen Individuum und Kontext über den gesamten Lebenslauf zu beschreiben und zu erklären geschieht (nicht ausschließlich, aber idealerweise) auf der Basis von Längsschnittdaten.  Auf theoretischer Ebene erfordert ein solches Forschungsunterfangen die Verknüpfung von Theorien unterschiedlichster Provenienz, nicht nur der Bildungsforschung und pädagogischen Psychologie, sondern auch anderer Domänen der Psychologie wie etwa der Entwicklungs- und Differenziellen Psychologie, Soziologie und Ökonomie.

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Struktur und Steuerung des Bildungswesens
zuletzt verändert: 15.05.2014