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Forschung

Open Educational Resources

Open Educational Resources (OER) sind frei zugängliche Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen, die gemeinfrei sind oder auf Basis freier Lizenzen ihre Verwendung und Veränderung erlauben. Sie umfassen vollständige Kurse, Kursmaterialien, Lehrbücher und Anwendungsprogramme, aber auch andere Werkzeuge und Techniken, die den Wissenserwerb unterstützen können (Definition der Hewlett Foundation). Seit gut einem Jahrzehnt sind OER Gegenstand des internationalen bildungspolitischen Diskurses – und zunehmend auch der Forschung. Im Blickpunkt stehen insbesondere die Perspektiven zur Bildungsteilhabe, die sich durch die Verbreitung von OER für Entwicklungsländer öffnen, sowie die mit ihrem Einsatz verbundenen pädagogisch-didaktischen Potenziale, etwa durch ihre rechtssichere Adaptierbarkeit im Hinblick auf aktuelle Wissensstände, konkrete Unterrichtssituationen und individuelle Voraussetzungen der Lernenden.

In Deutschland diskutiert die Bildungspolitik das pädagogisch-didaktische Potenzial von OER seit einigen Jahren intensiver. Neben der Stärkung der digitalen Lehrmittelfreiheit, des Open-Access-Gedankens und der Verwendung freier Lizenzen im Koalitionsvertrag wurde 2013 im Rahmen der Kultusministerkonferenz ein Diskussionsprozess begonnen; im Dialog mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sollte er zur Klärung der Frage beitragen, wie sich die öffentliche Hand zum Thema OER positioniert. Die zuständige Arbeitsgruppe veröffentlichte 2015 einen Bericht, der u.a. positive Wirkungsmöglichkeiten für OER im Kontext aktueller Anforderungen an Lehren und Lernen konstatiert.

Neben der anfänglichen Konzentration auf den Schulbereich wird die Diskussion um OER auch für Bildungsbereiche wie Hochschule, Weiterbildung und Berufsbildung weiter geführt. An dem so genannten „Whitepaper“ zu „Open Educational Resources (OER) in Weiterbildung/Erwachsenenbildung. Bestandsaufnahme und Potenziale 2015“ (Mai 2015) arbeitete das DIPF maßgeblich mit. Neben der Bestandsaufnahme der Situation in Deutschland und dem Blick ins Ausland (Schweiz, Österreich, USA sowie EU-Ebene) werden künftige Entwicklungen und deren mögliche Einflüsse auf die OER-Debatte aufgezeigt. Für die berufliche Bildung sind die vom BMBF im Oktober 2014 erarbeiteten Richtlinien zur Förderung von Digitalen Medien in der beruflichen Bildung (DIMEBB 2) ein wichtiger Meilenstein für den Ausbau von Open Educational Resources. In diesem Kontext arbeitet der Deutsche Bildungsserver an einer Machbarkeitsstudie zum Aufbau und Betrieb von OER-Infrastrukturen, mit der bildungsbereichsübergreifend Bedarf, Akzeptanz sowie technische und organisatorische Anforderungen an eine zentrale (bzw. dezentral verteilte Angebote koordinierende) Infrastruktur für Open Educational Resources (OER) ermittelt wird.

Der Deutsche Bildungsserver arbeitet gemeinsam mit dem FWU - dem Medieninstitut der Länder und den Landesbildungsservern kontinuierlich an der Entwicklung und dem Ausbau des Content-Sharing-Services ELIXIER; ELIXIER ist eine Suchmaschine für redaktionell kuratierte Bildungsressourcen, die das Auffinden von creative- commons-lizenzierten Lernressourcen unterstützt. Auch das Social-Bookmarking und Community-Tool „Edutags“, ein Kooperationsprojekt des Deutschen Bildungsservers mit der Universität Duisburg-Essen, das Lehrkräften zur individuellen und kollaborativen Sammlung, Bewertung und Kontextualisierung von Unterrichtsressourcen dient, weist OER gesondert aus und etabliert sich als weiteres Referenzsystem für offene Materialien.

Die Beschäftigung mit Open Educational Resources am DIPF steht in engem Zusammenhang mit anderen Aspekten von "Open Science" und "Open Education":

  • Im Bereich Open Access entwickelte und etablierte das DIPF den Dokumentenserver „peDOCS“; es ermöglicht den Zugang zum publizistischen Output öffentlich finanzierter Forschung und eröffnet den beteiligten Wissenschaftsverlagen attraktive Kooperations- und Geschäftsmodelle .
  • Open Data: Für die empirische Bildungsforschung werden im FDZ Bildung relevante Datensets und Instrumente für eine Sekundärnutzung über ein zentrales Datenrepositorium bereit gestellt.
  • Open Source: Im TBA-Zentrum werden innovative Verfahren für die technologiebasierte Kompetenzmessung entwickelt und Bildungsforschungseinrichtungen und -projekte bei der Entwicklung und Implementation von technologiebasiertem Assessment unterstützt.

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zuletzt verändert: 01.03.2016