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Projekte

Anerkennungsverhältnisse an urbanen Grundschulen

Das DFG-Projekt untersucht mittels verschiedener qualitativer Erhebungsmethoden anhand der Interaktion im Unterricht und Orientierungsmuster der Beteiligten die Beziehungen zwischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen an Grundschulen aus sozialen Brennpunkten in Berlin und London. Ziel ist es, in transkultureller und kulturvergleichender Perspektive die expliziten und impliziten Normen der Anerkennbarkeit in den jeweiligen Schulen herauszuarbeiten.

Projektbeschreibung

Eine binational vergleichende ethnographische Untersuchung

Im Fokus des Forschungsprojekts stehen die Beziehungen zwischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen, die analytisch als Anerkennungsverhältnisse gefasst und an zwei jeweils in Berlin und London gelegenen Grundschulen untersucht werden. Grundlegende Annahme ist, dass urbane und in Brennpunkten gelegenen Schulen heute in der Regel mit sehr ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, vor allem insofern sie oftmals eine sehr heterogene und teilweise sozial benachteiligte Schülerschaft haben und gleichzeitig mit knappen Ressourcen haushalten müssen. Gleichzeitig wird angenommen, dass die Beziehungen zwischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen in England und Deutschland jeweils von sehr verschiedenen Rahmenbedingungen beeinflusst sind.

Mittels verschiedener qualitativer Erhebungsmethoden (Beobachtungen, Videographien, Gruppendiskussionen, Interviews, Dokumentenanalysen, Analyse von Feed-Back-Gesprächen) werden Interaktionen im Unterricht sowie Orientierungsmuster von Lehrer/-innen und Schüler/-innen erhoben und mit der dokumentarischen Methode interpretiert.

In Bezug auf das interessierende Verhältnis zwischen Grundschullehrer/-innen und  ihren Schüler/-innen wird herausgearbeitet, wie sich dieses in Praktiken der Interaktion konkret gestaltet und analysierte Muster der Interaktion werden zu den expliziten und programmatischen Ansprüchen ebenso wie zu den Orientierungsmustern der schulischen Akteure ins Verhältnis gesetzt. Theoretischer Bezugspunkt ist hierbei ein von den Überlegungen Judith Butlers inspirierter analytischer, nicht-normativer Anerkennungsbegriff, der sich insbesondere für die Analyse von Machtverhältnissen eignet. Ziel ist es, in transkultureller und kulturvergleichender Perspektive die expliziten und impliziten Normen der Anerkennbarkeit, die die Interaktionen und Orientierungsmuster in den jeweiligen Schulen rahmen, herauszuarbeiten.

Der binationale Vergleich zielt dabei darauf ab, die Bedeutung institutioneller, historischer und mentalitätsgeschichtlicher Rahmenbedingungen bei der Gestaltung pädagogischer Beziehungen an Schulen zu analysieren.

Ausführliche Projektbeschreibung (PDF)

Finanzierung

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Publikationen

  • Fritzsche, Bettina (2014): Besonderung als Umgang mit Verletzbarkeit. Differenzproduktionen im Rahmen des schulischen Anerkennungsgeschehens. In: Tervooren, Anja; Engel, Nicolas; Göhlich, Michael; Miethe, Ingrid; Reh, Sabine (Hrsg.):  Ethnographie und Differenz in päda-gogischen Feldern. Internationale Entwicklungen erziehungswissenschaftlicher Forschung (im Druck).
  • Fritzsche, Bettina (2013): Anerkennungsverhältnisse vergleichend, transkulturell und reflexiv gedacht. Bericht aus einem an Grundschulen in London und Berlin durchgeführten ethnographischen Forschungsprojekt. In: Hummrich, Merle; Rademacher, Sandra (Hrsg.): Kulturvergleich in der qualitativen Forschung. Erziehungswissenschaftliche Perspektiven und Analysen. Wiesbaden: Springer VS. (=Studien zur Schul- und Bildungsforschung ; 37), S. 193-209. (DOI: 10.1007/978-3-531-18937-6_11 )
  • Fritzsche, Bettina (2013): Das Andere aus dem standortgebundenen Bilde heraus verstehen  Potenziale der dokumentarischen Methode in kulturvergleichend angelegten Studien. In: Zeitschrift für qualitative Forschung, 13, Heft 1-2 , S. 93-109. (Online: http://www.budrich-journals.de/index.php/zqf/article/view/11121 (Stand: 14.01.2014))
  • Fritzsche, Bettina (2011): Die Relevanz der Kategorie Geschlecht bei schulischen Regulationen von Verletzbarkeit. In: feministische studien, Heft 2, S. 280-292.

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Projektart: Dissertations-/Habilitationsprojekte
Laufzeit:
07/2010 - 07/2014
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Forschungsthema: Ethnographische Bildungsforschung
Abteilung: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung
zuletzt verändert: 18.07.2016