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Projekte

European Educational Research Quality Indicators

Ziel des Projekts ist es, neue Qualitätsindikatoren für Publikationen im Bereich der Erziehungswissenschaften zu entwickeln und damit die Visibilität und Wettbewerbsfähigkeit europäischer Forschung zu erhöhen.

Projektbeschreibung

Ziel des Projekts „European Educational Research Quality Indicators“ (EERQI) ist es, neue Qualitätsindikatoren für Publikationen im Bereich der Erziehungswissenschaften zu entwickeln und damit die Visibilität und Wettbewerbsfähigkeit europäischer Forschung zu erhöhen.

Das einflussreichste bibliometrische Instrument zur Beurteilung der Forschungsqualität ist zur Zeit der von Thompson Scientific betriebene Science Citation Index (SCI) mit seinen Nebenprodukten, dem Social Science Citation Index (SSCI), dem Arts & Humanities Citation Index (AHCI) und dem Journal Citation Report (JCR). Diese Instrumente werten ca. 5800 Zeitschriften aus und nehmen statistische Analysen der Zitationshäufigkeiten vor. Der anhand der in diesen Instrumenten ausgewerteten Zeitschriften berechnete Impact Factor wird weithin als wichtigstes Bewertungskriterium wissenschaftlicher Forschung angesehen. Gerade für die erziehungswissenschaftliche Forschung ergeben sich daraus allerdings große Nachteile, da nur eine sehr kleine Anzahl relevanter Literatur des Faches dort berücksichtigt wird. Fachlich relevante Zeitschriften sind nur in kleiner Zahl dort erfasst und beschränken sich meistenteils auf englischsprachige Publikationen. Gerade sozialwissenschaftliche Fachbereiche weisen aber große Teile an Fachliteratur in Nationalsprachen auf, die in diesem Instrument nur unzureichend erfasst werden. Publikationen in Monographien, Sammelbänden oder anderen Medienformen, die in den Erziehungswissenschaften eine große Rolle spielen, werden hier ebenfalls nicht berücksichtigt. Mit der steigenden Tendenz, Hochschulen, Forschungsvorhaben, wissenschaftliche Berufungen auf der Grundlage des SSCI zu bewerten, steigt der Bedarf an geeigneteren Qualitätsindikatoren für den erziehungswissenschaftlichen Bereich.

Aus diesem Grund strebt das EERQI-Projekt an, durch innovative Qualitätsindikatoren eine aussagekräftigere Qualitätsbeurteilung zu ermöglichen als die des Science Citation Index oder Social Science Citation Index. Als Basis für die Entwicklung und das Testen von Indikatoren soll eine Content Base mit hauptsächlich elektronischen Volltexten aus Verlagen und Open Access Repositorien aufgebaut werden, in der neben Zeitschriftenartikeln auch Publikationsformen wie Monographien oder Buchkapitel sowie Publikationen in einzelnen Nationalsprachen stärker einbezogen werden. Innovative Indikatoren können u. a. aus den Bereichen der Nutzungsanalyse, der semantischen Textanalyse oder der Analyse editorialer Praktiken kommen. Auch alternative Methoden der Zitationsanalyse werden eingesetzt. Die neuen Qualitätsindikatoren werden abschließend auf ihre Übertragbarkeit auf andere sozial- und geisteswissenschaftliche Wissenschaftsbereiche überprüft.

Finanzierung

Das Projekt EERQI wird im 7. Rahmenprogramm der EU im Bereich „Socioeconomic Sciences and Humanities Programme“ für drei Jahre gefördert. Es wird von einem Konsortium aus 19 verschiedenen Partnern – Universitäten und Forschungseinrichtungen, aber auch Verlagen – aus sieben europäischen Ländern durchgeführt. Das DIPF ist insbesondere in den Aufgabenbereichen Indikatorenentwicklung, Multilingualität und Indikatorenevaluation beteiligt.

Projektleitung

Alexander Botte

Projektteam

Angela Vorndran

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Laufzeit:
4/2008 - 3/2011
Abteilung: Informationszentrum Bildung
Kontakt: Angela Vorndran
zuletzt verändert: 25.11.2013