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Projekte

Explorative Studien zur Möglichkeit einer Bildungsfinanzierungsgesamtrechnung

Im Projekt wurde ein systemorientiertes und anwendungsoffenes Konzept für die Bewertung bildungspolitischer Alternativen entwickelt werden, um Kosten-Wirksamkeits-Analysen anstellen zu können.

Projektbeschreibung

Ziel dieses Projektes war es, ein systemorientiertes und anwendungsoffenes Konzept für die Bewertung bildungspolitischer Alternativen zu entwickeln, so dass für unterschiedliche Steuerungsfragen Kosten-Wirksamkeits-Analysen angestellt werden können. Da sowohl Kosten als auch Effekte einzelner bildungspolitischer Maßnahmen in Wechselwirkung zueinander stehen, wurden im Rahmen des Projektes die Möglichkeiten und Grenzen eines übergreifenden Rechen- und Simulationsmodells zur Bewertung von Aufwand und Ertrag im Bildungssystem untersucht. So ergeben sich z.B. im Schulbereich aus den pädagogischen Effekten bestimmter Maßnahmen, die aus Befunden der Bildungsforschung abgeleitet werden können, alternative Annahmen zu Übergangs- und Abschlussquoten von Schülerinnen und Schülern und damit zu deren Bildungsverläufen. Unter Verwendung etwa eines Standardkostenmodells können dann die Kosten der jeweiligen Intervention und die fiskalischen Erträge, die sich beispielsweise durch einen veränderten Schulverlauf ergeben würden, ermittelt werden. Dabei basierte die Modellierung auf retrospektiven Daten und soll mit Hilfe von Vorausberechnungen zur Bildungsbeteiligung in die Zukunft fortgeschrieben werden.

Um die Angemessenheit dieses Vorgehens für die Bewertung bildungspolitischer Handlungsalternativen zu überprüfen, wurden vier konkrete Fallstudien durchgeführt. Diese beispielhaft analysierten Fragestellungen wurden aus dem Schulbereich gewählt und spiegeln wesentliche strukturelle, institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen der Steuerung und Finanzierung im Bildungswesen wider:

  • Steuerung der Mittelzuweisung an Schulen in Abhängigkeit von der sozialen Belastung (Sozialindex)
  • Ganztagsangebote bzw. unterrichtsergänzende Angebote in ihren verschiedenen Varianten im Vergleich zur Halbtagsschule
  • Nicht-Versetzung bzw. freiwillige Klassenwiederholung versus Abschaffung dieser Regelungen
  • Schulische sonderpädagogische Förderung im Vergleich zu einem integrativen Versorgungsmodell für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Untersucht wurden – entsprechend der beschriebenen Zielsetzung des Projektes – jeweils die Kosten und Wirkungen unterschiedlicher Handlungsoptionen. Die vier Fallstudien dienten gleichzeitig dazu, ein auf bestimmte Steuerungsfragen des Schulbereichs reduziertes Gesamtrechenmodell prototypisch umzusetzen.

Kooperationen

Prof. Dr. Kerstin Schneider (Bergische Universität Wuppertal)
Dipl.-Ök. Anna Makles (Bergische Universität Wuppertal)
Dipl.-Ök. Andrea Riedel (Bergische Universität Wuppertal)

Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektleitung

Horst Weishaupt

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Projektart: Abteilungsübergreifende Projekte
Laufzeit:
08/2009 - 04/2010
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Abteilung: Struktur und Steuerung des Bildungswesens
zuletzt verändert: 16.11.2016