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Projekte

Kritische Reflexion der Kulturgebundenheit pädagogisch-psychologisch relevanter wissenschaftlicher Theorien, Methoden und Ergebnisse

Analysen zur Kulturgebundenheit von Erziehungs- und Bildungsprozessen sowie Theorien zu Grunde liegenden impliziten epistemologischen, ontologischen und methodologischen Annahmen und ihren implizierten Menschenbildern

Projektbeschreibung

Erziehungs- und Bildungsprozesse finden immer in kulturell vorgeformten und interpretierten Kontexten statt, die durch handlungsleitende Deutungs- und Bedeutungssysteme (z.B. Normen- und Regelsysteme) charakterisiert sind. Bildung ist also selbst immer auch zugleich Kulturvermittlung und Lernen immer auch kulturelles Lernen. Die in der Regel hinsichtlich ihrer Kulturgebundenheit wenig reflektierten (unterschiedlichen) Deutungs- und Handlungsmuster (culture as the invisible obvious) formen alle Entwicklungsprozesse mit, so auch Lehr- und Lernprozesse: Sie setzen unter anderem den Rahmen für Vorstellungen von Erziehungs- und Lernzielen und den Wegen, die zu ihrer Erreichung führen, Annahmen über emotionale und sozial-kognitive Entwicklungsverläufe, über sozial-interaktionale Prozesse und ihre Steuerungsmöglichkeiten, das Verständnis der eigenen Intentionen, Handlungen, Überzeugungen und Wünsche sowie die anderer Personen (theory of mind).

Auch Theorien sind Teil von Kulturen – sie bedingen und filtern die Wahrnehmung der "Realität": welche Fragen sich stellen, welche Sachverhalte untersucht werden, und was als Erklärung akzeptiert wird bzw. gilt. Deutungs- und Bedeutungsmuster leiten also das wissenschaftliche wie das alltägliche Handeln. Entsprechend der Vielfalt wissenschaftlicher Theorien stellen sich somit auch Fragen nach den diesen Theorien zu Grunde liegenden impliziten epistemologischen, ontologischen und methodologischen Annahmen und ihren implizierten Menschenbildern sowie solche nach dem Verhältnis der Theorien untereinander (relative Bedeutung/Privilegierung).

Die Kulturgebundenheit von Erziehungs- und Bildungsprozessen, aber auch die von pädagogisch relevanten Theorien, Methoden und Ergebnissen muss, will man in den zunehmend pluralen kulturellen Kontexten Handlungsfertigkeiten entwickeln und vermitteln, der Reflexion zugänglich gemacht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden im Rahmen dieser Daueraufgabe zielgruppenrelevante Aspekte in Form von Literaturanalysen gezielt aufbereitet und für entsprechende Adressatengruppen bereitgestellt.

Finanzierung

Aus hauseigenen Mitteln

Publikationen

  • Eckensberger, L.H. (2001). Psychology of action theory. In N. J. Smelser & P.B. Baltes (Eds.), International Encyclopedia of the Social & Behavioural Sciences (Vol.1, pp. 45-49). Amsterdam: Elsevier Science.
  • Eckensberger, L.H., Döring, T. & Breit, H. (2001). Moral dimensions in risk evaluation. Research in social problems and public policy. In G. Boehm, J. Nerb, T.L. McDaniels & H. Spada (Eds.), Special issue on environmental risks: Perception, evaluation and Management (Vol. 9, pp.137-163). Oxford, UK: Elsevier Science.
  • Eckensberger, Lutz H. (2002). Paradigms revisited: From incommensurability to respected complementarity. In H. Keller, et al. (Eds.), Biology, culture, and development: Integrating diverse perspectives (pp. 341-383). New York, N.Y. u.a.: Cambridge University Pr.
  • Eckensberger, L.H. (2003). Kultur und Moral. In A. Thomas (Hg.), Kulturvergleichende Psychologie (S. 309-345). 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Göttingen: Hogrefe,
  • Eckensberger, Lutz. H. (2003). Wanted: A contextualized psychology. A plea for cultural psychology based on actual psychology. In T. S. Saraswathi (Ed.), Cross-cultural perspectives in human development. Theory, research and applications (pp. 70- 101). New Delhi: Sage Publications India
  • Eckensberger, L.H. (2003). Kultur und Moral. In A. Thomas (Hg.), Kulturvergleichende Psychologie (S. 309-345). 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Göttingen: Hogrefe,
  • Eckensberger, L.H. & Breit, H. (2003). Kann das Schulrecht ohne Moral auskommen? Anmerkungen aus der Perspektive der Entwicklungspsychologie. In H. Döbert, B. von Kopp, R. Martini & M. Weiß (Hrsg.), Bildung vor neuen Herausforderungen (S. 23-34). Neuwied: Luchterhand.
  • Eckensberger, Lutz H.; Plath, Ingrid (2003). Möglichkeiten und Grenzen des „variablenorientierten“ Kulturvergleichs: Von der Kulturvergleichenden Psychologie zur Kulturpsychologie. In H. Kaelble & J. Schriewer (Hrsg.), Vergleich und Transfer – Komparatistik in den Sozial-, Geschichts- und Kulturwissenschaften (S. 55-99). Frankfurt am Main, New York: Campus
  • Plath, Ingrid & Eckensberger, Lutz H. (2004). Psychology in Germany. In Michael J. Stevens et al. (Eds.): Handbook of International Psychology (pp. 331-349). New York, N.Y.: Brunner-Routledge
  • Eckensberger, Lutz H. (2004). Development applied: In search of an applicable culture informed developmental theory Reflections prompted by four bulletin articles. Cross-Cultural Psychology Bulletin, 38 (1-2), 25-34
  • Eckensberger, Lutz H. & Plath, Ingrid (2006). Beratung und Kultur. In Ch. Steinebach (Hg.), Handbuch psychologischer Beratung (S. 70-95). Stuttgart Klett-Cotta.
  • Eckensberger, Lutz H. & Plath, Ingrid (2006). Soziale Kognitionen. In W. Schneider & B. Sodian (Hg.), Kognitive Entwicklung, Enzyklopädie für Psychologie, C Theorie und Forschung Serie V Entwicklung Band 2 (S. 409-493). Göttingen: Hogrefe.
  • Plath, Ingrid (2008). Linktipps zum Thema "Kulturen der Bildung". Zeitschrift für Pädagogik, 54(1), 81-94.
  • Plath, Ingrid & Eckensberger, Lutz H. (2008). Counselling as cultural practice: Reflections on counselling across cultures from the perspective of cultural psychology. Social Practice / Psychological Theorizing, Art. 8,  http://sppt-gulerce.boun.edu.tr/article8.aspx (24 p.)
  • Plath, Ingrid, Graudenz, Ines & Breit, Heiko (Hg.) (2008). Kultur – Handlung – Demokratie. Dreiklang des Humanen. Wiesbaden: VS Verlag.

Projektleitung

Ingrid Plath

Projektteam

Ingrid Plath

Projektdaten

Status:
Laufende Projekte
Finanzierung:
DIPF
Abteilung: Bildung und Entwicklung
Kontakt: Ingrid Plath
zuletzt verändert: 25.11.2013