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Pädagogische Wissenschaft und Geheimdienst in der DDR

Pädagogische Wissenschaft und Geheimdienst in der DDR

Monografische Darstellung über die inoffiziellen (und offiziellen) Beziehung von pädagogischer Wissenschaft und Staatssicherheit in der DDR

Projektbeschreibung

Die 2007 mit der Buchpublikation "Die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik" abgeschlossene Untersuchung  hat die Beziehung von pädagogischer Wissenschaft und Geheimdienst unberücksichtigt gelassen. Dennoch sind verfügbare Archivalien und Personendaten durch den Bearbeiter seit rund einem Jahrzehnt kontinuierlich gesammelt, durch Mitarbeiter/-innen des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (Stasi) der ehemaligen DDR recherchiert und dabei rund 700 ehemalige Mitarbeiter/-innen der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR (APW) auf eine eventuelle inoffizielle Stasimitarbeit überprüft worden. Mit diesem Projekt wird die Lücke geschlossen und Aufarbeitung der Geschichte der APW fortgesetzt.

Von besonderem Interesse ist dabei auch der Einfluss der Staatssicherheit auf die Wissensproduktion in der APW und – soweit es die Überlieferung erlaubt – die Rezeption dieses (vor allem pädagogisch-psychologischen) Wissens durch die Staatsicherheit.

2015 ist eine knapp 400 Seiten umfassende Monografie "Agenten – Patrioten – Westaufklärer. Staatssicherheit und Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR" im Metropol-Verlag erschienen. Sie erzählt vorwiegend anhand überlieferter Akten Inoffizielle Mitarbeiter/-innen (IM) der Stasi unter deren Decknamen, wie pädagogische Wissenschaftler/-innen rekrutiert wurden, welche Aufgaben sie im Verborgenen zu erfüllen hatten und wie sich die Ex-IM bei der Reform der APW 1990 verhielten. Rund 14 % der Wissenschaftler/-innen der APW waren nachweislich für die Stasi tätig.

Die Ergebnisse werden 2016 auch bei verschiedenen Lesungen präsentiert und kritisch diskutiert.

Finanzierung

Das Projekt wird aus Haushaltmitteln des DIPF finanziert.

Projektleitung

Ulrich Wiegmann

Projektteam

Ulrich Wiegmann

Projektdaten

Status:
Laufende Projekte
Laufzeit:
2007 - 2016
Finanzierung:
DIPF
Forschungsthema: Schule, Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik in Deutschland im Kalten Krieg
Abteilung: Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung
Kontakt: Ulrich Wiegmann
zuletzt verändert: 01.03.2016