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Projekte

Regionale sozio-ökonomische Bedingungen und Schulwahl

Durch das neue Schulgesetz in Nordrhein-Westfalen wird den Eltern damit die Wahl der Grundschule freigestellt. In Kooperation mit der Universität Wuppertal sollen in diesem Projekt Motive der Schulwahl unter Berücksichtigung individueller sowie sozialräumlicher Unterschiede empirisch ermittelt werden.

Projektbeschreibung

Durch das neue Schulgesetz in Nordrhein-Westfalen werden die Grundschulbezirke aufgehoben. Den Eltern wird damit die Wahl der Grundschule freigestellt. Mit dem Projekt sollen die Veränderungen des Wahlverhaltens von Eltern durch das neue Schulgesetz im Zeitverlauf untersucht werden. Dabei wird die Variation in der Schulstruktur innerhalb Nordrhein-Westfalens genutzt, um die Wirkungen der neuen Wahlfreiheiten zu identifizieren. Denn schon vor der Änderung des Schulgesetzes bestand in vielen Kommunen die Möglichkeit, zwischen Gemeinschaftsgrundschulen und öffentlichen Bekenntnisschulen zu wählen. Die Landesverfassung verbindet damit die Intention einer schulischen Erziehung, die sich an den elterlichen Wertvorstellungen ausrichtet. In dieser Studie wird zwischen Solingen, der einzigen Stadt in Nordrhein-Westfalen, die nur Gemeinschafts-Grundschulen unterhält und Wuppertal, wo es neben Gemeinschafts-Grundschulen auch evangelische und katholische Bekenntnisschulen gibt, unterschieden.

Es sollen die Motive der Schulwahl identifiziert werden, wobei unterstellt wird, dass den Elternentscheidungen Kosten-Nutzen-Überlegungen zugrunde liegen. Eltern entscheiden zum einen durch die Wahl des Wohnortes und damit eines Schulbezirkes über die Schule ihrer Kinder. Aber auch nachdem die Wohnortwahl getroffen ist, haben Eltern begrenzt die Möglichkeit, eine andere Schule als die zuständige Gemeinschaftsgrundschule zu wählen. Dabei ist anzunehmen, dass die Akzeptanz der zuständigen Schule durch die Eltern mit individuellen Unterschieden sowie Unterschieden zwischen der Sozialstruktur der Wohnviertel variiert. Die Modellierung des Sorting-Prozesses, der von großer Bedeutung für die Wirkung des neuen Schulgesetzes in Nordrhein-Westfalen ist, steht im Mittelpunkt der Analyse.

Das Projekt erstreckt sich derzeit über drei Jahre und besteht aus drei Teilen: In einem ersten Teil werden mit Hilfe der individualisierten Schulstatistik und kleinräumlichen Bevölkerungsstatistik vergleichend für Wuppertal und Solingen die Schülerströme vor Einführung der freien Schulwahl analysiert. In einem zweiten Teil wird durch eine erneute Datenerhebung die Veränderung des Anmeldeverhaltens der Eltern nach Einführung der freien Schulwahl untersucht. In einem dritten Teil werden Eltern vor Schulbeginn ihrer Kinder nach Einführung der freien Schulwahl über Telefoninterviews zu den individuellen Motiven der Schulwahl und den Schulwahlbedingungen in sozial unterschiedlich strukturierten Grundschulbezirken befragt (erste Elternbefragung). Dabei sollen neben den leistungsbezogenen Aspekten der Schulwahl insbesondere auch die sozialen (bzw. damit assoziierten ethnischen), kulturell- religiösen und sozialräumlichen Aspekte erfasst werden. In einem geplanten vierten Teil soll über eine schriftliche Elternbefragung am Ende der Grundschulzeit erhoben werden, inwieweit die mit der Schulwahl verbundenen elterlichen Erwartungen und Aspirationen durch die Schulen eingelöst werden können (zweite Elternbefragung). Durch die beiden Befragungen von Eltern kann in Kombination mit den Informationen aus den offiziellen Statistiken ein Datensatz generiert werden, mit dem die Schulwahlentscheidungen von Eltern in Nordrhein-Westfalen auf verschiedenen Ebenen analysiert werden können.

Kooperationen

Prof. Dr. Kerstin Schneider / Dr. Claudia Schuchart (Universität Wuppertal)

Finanzierung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektleitung

Horst Weishaupt

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Projektart: Abteilungsübergreifende Projekte
Laufzeit:
03/2008 - 02/2011
Abteilung: Struktur und Steuerung des Bildungswesens
Kontakt: Horst Weishaupt
zuletzt verändert: 25.11.2013