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Projekte

Schulbibliotheken in Deutschland

Dieses Dissertationsprojekt thematisiert das Angebot und die Nutzung von Schulbibliotheken in Deutschland. Dabei stehen sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen und die regionalen Versorgungsstrukturen von Schulbibliotheken als auch der Einfluss von Schulbibliotheken auf das Leseverhalten von Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt.

Projektbeschreibung

Zur Bedeutung von Schulbibliotheken für das Leseverhalten von Schülerinnen und Schülern

Das Angebot von Bibliotheken als erweiterter Lehr- und Lernraum innerhalb der Schulen rückt derzeit insbesondere im Zuge des systematischen Ausbaus von Ganztagsschulen zunehmend in das Blickfeld der deutschen Schulträger. Dieses wiederbelebte Interesse für Schulbibliotheken ist vor allem auf die aktuellen Ergebnisse international vergleichender Schulleistungsstudien wie PISA und IGLU zurückzuführen, die für Deutschland auf eine unterdurchschnittliche Ausstattung mit Schulbibliotheken verweisen. Dies ist insbesondere durch das Fehlen einer gesetzlichen Grundlage für den Aufbau von Schulbibliotheken, die daraus resultierende uneinheitliche Regelung der Zuständigkeiten für Schulbibliotheken, die lediglich vereinzelte Einbeziehung der Schulbibliotheksnutzung in die Lehrpläne sowie durch das Fehlen verbindlicher Standards für die Schulbibliotheksausstattung begründet. In der Folge entwickelten sich in den Bundesländern unterschiedlich ausgeprägte Schulbibliothekslandschaften, die sich zwar durch eine Vielfalt an schulbibliothekarischen Beratungsstellen auszeichnen, aber auch durch eine lückenhafte Informationslage über die bestehenden Schulbibliotheken sowie durch eine teilweise mangelnde Versorgung von Schülerinnen und Schülern mit Schulbibliotheken.

Als wichtiger Aspekt der schulischen Ressourcenausstattung kann eine Schulbibliothek durch die Schaffung von Gelegenheitsstrukturen zur Steuerung des individuellen Leseverhaltens von Schülerinnen und Schülern beitragen. So haben verschiedene Studien u.a. in den USA und in Kanada – wo fast jede Schule über eine Schulbibliothek verfügt - einen Zusammenhang zwischen der Schulbibliotheksnutzung und dem Leseverhalten nachgewiesen. Demnach weisen Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig Unterricht in einer Schulbibliothek haben, ein positiveres Leseverhalten auf als Schülerinnen und Schüler ohne Schulbibliotheksunterricht. In Deutschland hingegen steht eine Forschung über das Angebot und die Nutzung von Schulbibliotheken noch aus.

Das Anliegen dieses Dissertationsprojekts ist es deshalb, mittels eines makro-, meso-, und mikrosoziologischen Ansatzes eine Verbindung zwischen den rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, den regionalen Versorgungsstrukturen und der Individualebene der Nutzerinnen und Nutzer von Schulbibliotheken herzustellen. Dabei ist folgende Frage forschungsleitend: Hat das Vorhandensein einer Schulbibliothek Einfluss auf das Leseverhalten von Schülerinnen und Schülern?

Als Datengrundlagen werden zum einen die verfügbaren amtlichen und halbamtlichen Daten der Bundesländer zu den bestehenden Schulbibliotheken und die im Rahmen des Nationalen Bildungsberichts 2012 erhobenen Schulleiterdaten zur „kulturellen/musisch-ästhetischen Bildung“ herangezogen. Zum anderen werden für die Analyse der Schulbibliotheksnutzung die IGLU-Datensätze 2001 und 2006 verwendet.

Finanzierung

Das Projekt wird derzeit (bis Ende 2013) aus Haushaltsmitteln finanziert.

Projektleitung

Horst Weishaupt

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Projektart: Dissertations-/Habilitationsprojekte
Laufzeit:
2012 - 2014
Finanzierung:
DIPF
Abteilung: Struktur und Steuerung des Bildungswesens
zuletzt verändert: 15.10.2014