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Schulreifes Kind – Neukonzeption der Einschulungsuntersuchung

Schulreifes Kind – Neukonzeption der Einschulungsuntersuchung

Ziel des Projekts "Schulreifes Kind" ist es, Vorschulkinder mit Entwicklungsrisiken frühzeitig zu identifizieren und über gezielte kompensatorische Zusatzförderung im letzten Kindergartenjahr auf einen erfolgreichen Schulstart vorzubereiten.

Projektbeschreibung

Dazu wurde durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg ein Förderkonzept für Kindergärten und Grundschulen entwickelt, das dort an mittlerweile mehr als 294 Modellstandorten umgesetzt wird. 24 bis 15 Monate vor der Einschulung wird an einem „Runden Tisch“, an dem Schule, Kindergarten, Gesundheitsamt, Frühförderstelle und die Eltern teilnehmen, über das konkrete Förderangebot für das jeweilige Kind beraten und entschieden. Hierbei können die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung hinzugezogen werden. Mögliche Maßnahmen sind u.a. Sprachförderung, Schulung der Feinmotorik und Konzentrationstraining. Die Förderung variiert je nach Modellvariante in Dauer, Umfang, Ort und durchführender pädagogischer Fachkraft.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleituntersuchung sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Werden durch die vorgezogene Einschulungsuntersuchung alle Kinder mit Förderbedarf, d.h. einem Risiko für Schulleistungsschwierigkeiten, identifiziert? Welche Fähigkeitsbereiche müssen hierzu erfasst werden?
  • Wie erfolgen die Diagnose von Förderbedarf und die Zuordnung zu einer bestimmten Maßnahme am „Runden Tisch“?
  • Sind die durchgeführten Fördermaßnahmen wirksam? Wie entwickeln sich geförderte bzw. nicht geförderte Kinder im Verlauf der ersten Grundschuljahre?

Ein Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit am DIPF ist die Frage nach der Entwicklung des akademischen und sozialen Selbstkonzepts der Kinder.

Finanzierung

Ministerium BW

Kooperationen

Das Projekt wird in Kooperation mit den Universitäten Würzburg (W. Schneider) und Heidelberg (H. Schöler) durchgeführt.

Ausgewählte Publikationen

Hasselhorn, M., Schöler, H., Schneider, W., Ehm, J.H., Johnson, M., Keppler, I., Krebs, K., Niklas, F., Randhawa, E., Schmiedeler, S., Segerer, R. & Wagner, H. (2012). Gezielte Zusatzförderung im Modellprojekt "Schulreifes Kind": Auswirkungen auf Schulbereitschaft und schulischen Lernerfolg. Frühe Bildung, 1 (1), 3-10.

Ehm, J.H., Duzy, D. & Hasselhorn, M. (2011). Das akademische Selbstkonzept bei Schulanfängern: Spielen Geschlecht und Migrationshintergrund eine Rolle? Frühe Bildung, 2011 (0), 37-45.

Wagner, H., Ehm, J.H. & Hasselhorn, M. (2010). Schulreifes Kind: Individuelle Voraussetzungen für den Schulstart optimieren. Lehren und Lernen, 36 (3), 8-10.

Weitere Informationen

Ein Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit am DIPF ist die Frage nach dem Einfluß familiärer / sozialer Faktoren auf das Lernen und den Erfolg von Förderung sowie dem prädiktiven Wert der vorschulischen Fähigkeit zum Belohnungsaufschub – als Basis von volitionaler Kompetenz und Selbstdisziplin – für spätere Schulleistungen.

Website: IDeA-Zentrum

Projektleitung

Marcus Hasselhorn

Projektteam

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Projektart: Dissertations-/Habilitationsprojekte
Laufzeit:
2007 - 2013
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Forschungsthemen:
Abteilung: Bildung und Entwicklung
Kontakt:
zuletzt verändert: 14.07.2015