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SelF – Selbstregulation und Feedback

SelF – Selbstregulation und Feedback

Große Schulleistungsstudien zeigten wiederholt auf, dass Leistungsdifferenzen zwischen Schüler(inne)n mit und ohne Migrationshintergrund sowie Geschlechterunterschiede - besonders in mathematischen Basiskompetenzen - bestehen. Das Projekt „Selbstregulation und Feedback“ befasst sich mit der Frage, wo Gründe für diese mehrfach aufgezeigten Unterschiede liegen.

Projektbeschreibung

Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass eine negative Selbsteinschätzung, im Sinne einer Bedrohung durch ein bestimmtes Stereotyp, schlechtere Leistungen nach sich ziehen kann. Dieses Phänomen wird in der psychologischen Forschung als „Stereotype Threat“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen Effekt, bei welchem die individuelle Leistung sinkt, sobald ein relevantes Stereotyp oder eine stigmatisierte Identität in einer Leistungssituation salient gemacht wird. Experimentell konnte vor allem bezüglich des Geschlechterunterschieds bei Rechenleistungen gezeigt werden, dass Mädchen, die vor einem Mathematik-Test an das Vorurteil „Mädchen sind in diesem Mathetest schlechter als Jungen" erinnert werden, schlechter abschneiden als Mädchen, die vor dem Mathematiktest erfahren: „Mädchen sind in diesem Mathetest genauso gut wie Jungen“.

Um dem Effekt des Stereotype Threats vorzubeugen, sollen in der aktuellen Studie des SelF-Projekts bestimmte Strategien zum Einsatz kommen, welche Selbstregulationsfähigkeiten mobilisieren und nutzen. Bei diesen Strategien handelt es sich zum einen um sog. Wenn-Dann-Pläne und zum anderen um externes Feedback. Bei Wenn-Dann-Plänen, oder auch „Implementation Intentions“,  handelt es sich um eine höchst ökonomische Form der Zielverwirklichung durch Vorsatzbildung in dem Format „Wenn Situation X eintritt, dann führe ich die Handlung X aus“. Dies kann die Umsetzung von zielgerichtetem Verhalten bedeutend erleichtern. Externes Feedback kann zusätzlich die Bewertung des eigenen Lernergebnisses, besonders in der Selbstreflexionsphase nach Bearbeitung der Aufgabenstellung entscheidend beeinflussen.

Die Ergebnisse der aktuellen Forschungsarbeit des SelF Projekts sollen Hinweise für die adaptive Gestaltung von Lernumgebungen auf verschiedenen Ebenen liefern: Auf Ebene des Lernkontextes, der Makroebene, sollen die Befunde zum Einfluss von Stereotypen auf Leistung und Motivation ein Bewusstsein für soziale Wirkfaktoren im Rahmen schulischen Lernens schaffen. Auf Ebene konkreter Lernprozesse, der Mikroebene, können die von uns untersuchten Interventionsansätze unter Berücksichtigung möglicher Wechselwirkungen mit dem Lernkontext als adaptiv einsetzbare Fördermaßnahmen fächerübergreifend in den Unterricht integriert werden.

Finanzierung

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Weitere Informationen

Website: IDeA-Zentrum

Projektleitung

Caterina Gawrilow

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Laufzeit:
1/2010 - 12/2012
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Forschungsthemen:
Abteilung: Bildung und Entwicklung
zuletzt verändert: 14.07.2015