Schulorganisation und -entwicklung, Bildungsplanung, Räumliche Aspekte im Bildungswesen, Lehrerforschung, Situation der Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung
Jun.-Prof. Dr. Oliver Böhm-Kasper/ Prof. Dr. Cornelia Gräsel/ Prof. Dr. Horst Weishaupt
Das zentrale Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Belastung und Beanspruchung von Lehrern an Ganztags- und Halbtagsschulen zu vergleichen. Dafür wird ein theoretisches Modell verwendet, das in vorangegangenen Studien bereits empirisch überprüft wurde. Speziell wird untersucht, welche Rolle die Kooperation von Lehrkräften – sowohl mit Kollegen als auch mit anderen Berufs- und Personengruppen – für die Belastung und Beanspruchung spielt. Eine quantitative Untersuchung wird als Längsschnittstudie mit zwei Messzeitpunkten durchgeführt und beinhaltet eine standardisierte Panel-Befragung von Lehrkräften und weiterem pädagogischen Personal zu ausgewählten Merkmalen des schulischen Belastungs- und Beanspruchungszusammenhangs sowie verschiedenen Kooperationsformen und ‑bedingungen. Die Fragebogenuntersuchung wird an voll gebundenen, vor 2002 bestehenden Ganztagsschulen sowie Halbtagsschulen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. In einer qualitativen Studie werden an ausgewählten Schulen Leitfadeninterviews verwendet. Dadurch erfahren die durch Zusammenhangsanalysen und Aggregation gebildeten Aussagen zur Belastung/ Beanspruchung und der Lehrerkooperation eine Konkretisierung und Gültigkeitsüberprüfung (kommunikative Validierung). Zudem dienen die Interviews als Vorstudie für die Entwicklung von Erhebungsinstrumenten zu Inhalten und Qualitäten berufsübergreifenden Kooperation.
Drittmittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Laufzeit: 1/2008 -12/2009
Prof. Dr. Kerstin Schneider/ Prof. Dr. Horst Weishaupt/Dr. Claudia Schuchart
Mit dem neuen Schulgesetz in NRW werden die Grundschulbezirke – in Wuppertal 2008 - aufgehoben. Den Eltern soll damit die Wahl der Grundschule frei gestellt werden. Mit dem Projekt soll untersucht werden, in welchem Umfang bereits heute durch die Wahl der Eltern zwischen Gemeinschaftsschule und Bekenntnisschule (öffentliche evangelische und katholische Grundschulen) und die Möglichkeit einer Erlaubnis zum Besuch einer anderen als der zuständigen Schule die Eltern Wahlentscheidungen treffen. Unsere Vermutung ist, dass die Aufhebung der Schulbezirke keine weitreichenden praktischen Konsequenzen haben wird, weil die Eltern bereits jetzt eine von der zuständigen Grundschule abweichende Schulwahl durchsetzen können. Bildungsbewußte Eltern mit einer im Durchschnitt höheren Bildung werden eher ihre Bildungswünsche für ihre Kinder durchsetzen als Eltern, die wegen ihrer niedrigen Bildung und ökonomischen Situation eher die nächstgelegene Schule akzeptieren. Deshalb ist anzunehmen, dass mit den regionalen Unterschieden der Sozialstruktur der Bevölkerung innerhalb des Stadtgebiets Wuppertals auch die Akzeptanz der zuständigen Schule durch die Eltern variiert. Da die Schulstatistik keine Informationen über die Sozialstruktur der Schüler (nur den Ausländerstatus und die Konfession, über die auf soziale Situationen geschlossen werden kann) enthält, werden neben den schulstatistischen Informationen auch Daten der Bevölkerungsstatistik verwendet, die möglichst auf die Grundschulbezirke aggregiert werden, um die sozialen Bedingungen der Grundschulbezirke erfassen zu können. Dann ist es erforderlich, anhand der Schülerdateien die Schüler nach Wohnort zu erfassen.
Weiterführend sind Befragungen von Eltern zu den Schulwahlbedingungen in unterschiedlich strukturierten Stadtteilen geplant, die sich sowohl auf die Wahl der Grundschule als auch die Wahl der weiterführenden Schule beziehen. Unterstellt wird, dass den Elternentscheidungen Kosten-Nutzen-Überlegungen zugrunde liegen.
Drittmittelgeber: Deutschen Forschungsgemeinschaft
Laufzeit: 3/2008 – 2/2010 (2. Phase vorgesehen)
Prof. Dr. Horst Weishaupt
Gegenstand des Projektvorhabens ist die Untersuchung der Möglichkeit der Konstruktion von kleinräumigen Sozialindizes mit dem Ziel, regelmäßig anfallende amtliche Daten so aufzubereiten, dass von der Wissenschaft forschungsökonomisch praktikable und valide schulspezifische Sozialindizes entwickelt werden können. In den geplanten Projektarbeiten werden amtliche kleinräumige Daten mit Daten der amtlichen Schulstatistiken und Sekundärdaten verknüpft und in Form eines konsistenten Datensatzes aufbereitet. Auf Basis verschiedener Datenquellen und Verfahren werden dann beispielhaft Sozialindizes für Schulen in Dortmund und dem Kreis Coesfeld berechnet und mit entsprechenden Ergebnissen einer aktuell durchgeführten Befragung an den Schulen evaluiert. Das Projekt wird im Verbund zwischen dem Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) und drei Hochschuleinrichtungen durchgeführt.
Drittmittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Kooperationspartner:
Laufzeit: November 2007-Juli 2008
