In Deutschland gibt es im Schuljahr 2010/11 fast 500.000 Schüler, die eine schulische sonderpädagogische Förderung erhalten, dies entspricht 6,3% aller Schüler der 1. bis 10. Klassenstufe. Der Förderbedarf wird überwiegend an den über 3.200 Förderschulen erfüllt, nur etwa 20% aller Schüler werden „integrativ“ unterrichtet.
Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde in den Bundesländern Westdeutschlands für Schüler mit Behinderung(en) ein eigenständiges und in sich hochgradig differenziertes Schulsystem (wieder)aufgebaut. Der Anteil an Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf variiert zwischen 4,5% und 11,3% in den Bundesländern; der jeweilige Anteil der einzelnen Förderschwerpunkte ist hoch variabel (Dietze 2012 i.V.)
Im Rahmen der Dissertationsarbeit wird eine nach Bundesländern differenzierte quantitative Analyse zur Angebots- und Nutzungsstruktur sonderpädagogischer Förderung als Zeitreihenanalyse durchgeführt. Datengrundlage dieser retrospektiven Forschungsarbeit stellt die amtliche Schulstatistik dar. Sie wird - beginnend mit den 1950er Jahren bis heute - unter Berücksichtigung mehrerer Indikatoren auf Ebene der zehn westdeutschen Bundesländer analysiert (ab 1991: Gesamtdeutschland).
Auswahl von Fragestellungen (in Stichworten):
Die Dissertationsarbeit stellt erstmalig in langer Zeitreihe die quantitative Entwicklung in allen zehn bzw. 16 Bundesländern vergleichend dar und leistet einen Beitrag zur Analyse der systemischen Entwicklung des Förderschulwesens, die andere (z.B. pädagogische, ideengeschichtliche) Forschungsperspektiven anregen und ergänzen. In seinem hohem Differenzierungsgrad und der Zeitreihenbetrachtung leistet das Projekt zudem einen Beitrag für zukünftige Indikatoren im Rahmen der Nationalen Bildungsberichterstattung.
Das Projekt wird derzeit (bis Ende 2012) aus Haushaltsmitteln finanziert.
