Das im Rahmen einer Promotionsförderung für Nachwuchswissenschaftler vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt analysiert Bildungsdisparitäten, die bislang durch unzureichende Differenzierungen nach Staatsangehörigkeit bzw. Migrationshintergrund verdeckt sind, auf Grundlage von Daten der amtlichen Statistik. Entwicklungen zur Bildungsbeteiligung nach Staatsangehörigkeit werden für die Bundesländer im Längsschnitt aufgezeigt. Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht und die hieraus resultierenden statistischen Auswirkungen auf die Aussagefähigkeit des Merkmals Staatsangehörigkeit werden im Vergleich zum Migrationshintergrund von Schülern untersucht. In diesem Zusammenhang wird die Schülerstruktur an Grundschulen je einmal nach Staatsangehörigkeit und nach Migrationshintergrund der Schüler mittels multivariater Analysemethoden typisiert und die Ergebnisse miteinander verglichen. Regionale Disparitäten von Bildungschancen werden schulformspezifisch analysiert und kartografisch dargestellt. Institutionelle Diskriminierungen, die sich regionalspezifisch nach Staatsangehörigkeit bzw. Migrationshintergrund auswirken können, werden herausgearbeitet und segregierte Schulmilieus identifiziert. Um Ungleichheiten hinsichtlich des Schulerfolgs analysieren zu können, werden die Schulabgängerquoten nach Schulform, Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund berechnet. Das Projekt wird durch die differenzierte Analyse von Schülern nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund einen Beitrag zur Ergänzung der Bildungsberichterstattung in Deutschland leisten.
Projektnummer: 01JG0917
