Im Projekt „Educational Resources Clearinghouse“ wird ein Meta-Informationssystem für Bildungsinformationen auf der Basis semantischer Wiki-Technologien entwickelt. Als so genannter „One-Stop Shop“ wird das System über international verfügbare Informationssammlungen wie etwa Datenbanken und Volltextsammlungen der Bildungsforschung informieren. Nutzern wird es damit ermöglicht, die Qualität einer Informationssammlung besser einschätzen und selbst bewerten zu können.
Im „Educational Resources Clearinghouse“ werden die Informationssammlungen nach inhaltlichen und formalen Kriterien in einem Wiki so beschrieben, dass sich Nutzer ein zuverlässiges Bild über die Qualität der Informationssammlungen machen können. Inhaltliche und formale Kriterien sind beispielsweise die Art der Information (z.B. Volltextsammlung), die thematische Ausrichtung (z.B. Hochschulbildung), Zugangsbedingungen/-restriktionen oder die Sprache, in der die Informationssammlung vorliegt.
Mithilfe von Semantic MediaWiki, einer Erweiterung der MediaWiki-Software, sollen die Beschreibungen und Beurteilungen der Informationssammlungen für semantische Analysen genutzt werden. Ziel ist es, die Informationen zueinander in Beziehung zu setzen um automatisch neues Wissen zu generieren.
Das „Educational Resources Clearinghouse“ soll Nutzern als Ausgangspunkt für die kollektive Diskussion und Weiterentwicklung des Informationsangebots dienen. Im Sinne des so genannten „Kollaborativen Tagging“ können sie Qualitätskriterien wie Umfang des Angebots, Vollständigkeit und zeitliche Abdeckung selbst benennen – und deren Relevanz beurteilen. Die qualitative Beurteilung erfolgt somit nicht nur durch Mitarbeiter des DIPF, sondern in einem offenen Informations- und Kommunikationsraum.
Das Projekt wird im Sinne einer iterativen Systementwicklung begleitend evaluiert: Mithilfe von Befragungen und Usability-Tests werden die Akzeptanz des Wikis und das Nutzerverhalten überprüft. Darüber hinaus wird die nutzerorientierte Taxonomie (Folksonomy) mit Thesauri im Bildungswesen verglichen.
Das Projekt „Educational Resources Clearinghouse“ wird im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation 2008 der Leibniz-Gemeinschaft gefördert.
