Ziel dieses Projektes ist es, ein systemorientiertes und anwendungsoffenes Konzept für die Bewertung bildungspolitischer Alternativen zu entwickeln, so dass für unterschiedliche Steuerungsfragen Kosten-Wirksamkeits-Analysen angestellt werden können. Da sowohl Kosten als auch Effekte einzelner bildungspolitischer Maßnahmen in Wechselwirkung zueinander stehen, werden im Rahmen des Projektes die Möglichkeiten und Grenzen eines übergreifenden Rechen- und Simulationsmodells zur Bewertung von Aufwand und Ertrag im Bildungssystem untersucht. So ergeben sich z.B. im Schulbereich aus den pädagogischen Effekten bestimmter Maßnahmen, die aus Befunden der Bildungsforschung abgeleitet werden können, alternative Annahmen zu Übergangs- und Abschlussquoten von Schülerinnen und Schülern und damit zu deren Bildungsverläufen. Unter Verwendung etwa eines Standardkostenmodells können dann die Kosten der jeweiligen Intervention und die fiskalischen Erträge, die sich beispielsweise durch einen veränderten Schulverlauf ergeben würden, ermittelt werden. Dabei basiert die Modellierung auf retrospektiven Daten und soll mit Hilfe von Vorausberechnungen zur Bildungsbeteiligung in die Zukunft fortgeschrieben werden.
Um die Angemessenheit dieses Vorgehens für die Bewertung bildungspolitischer Handlungsalternativen zu überprüfen, werden vier konkrete Fallstudien durchgeführt. Diese beispielhaft analysierten Fragestellungen wurden aus dem Schulbereich gewählt und spiegeln wesentliche strukturelle, institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen der Steuerung und Finanzierung im Bildungswesen wider:
Untersucht werden – entsprechend der beschriebenen Zielsetzung des Projektes – jeweils die Kosten und Wirkungen unterschiedlicher Handlungsoptionen. Die vier Fallstudien dienen gleichzeitig dazu, ein auf bestimmte Steuerungsfragen des Schulbereichs reduziertes Gesamtrechenmodell prototypisch umzusetzen.
Prof. Dr. Kerstin Schneider (Bergische Universität Wuppertal)
Dipl.-Ök. Anna Makles (Bergische Universität Wuppertal)
Dipl.-Ök. Andrea Riedel (Bergische Universität Wuppertal)
Bundesministerium für Bildung und Forschung
