Das Projekt GIDeCA (Gene by Environment Interactions on Decision Making in Children with different ADHD Symptoms) untersucht biologische und psychosozial-familiäre Einflüsse auf die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub und auf riskantes Entscheidungsverhalten bei Kindern mit unterschiedlichen ADHS-Symptomatiken.
Werden Kinder vor die Wahl gestellt, entweder eine kleine Belohnung sofort zu bekommen oder aber auf eine größere Belohnung zu warten, so entscheiden sich manche, impulsivere Kinder für die kleinere, sofort verfügbare Belohnung. Kinder mit einer größeren Fähigkeit zum Belohnungsaufschub warten hingegen. Riskantes Entscheidungsverhalten andererseits zeigt sich, wenn Kinder unabhängig von der Wartezeit eher Entscheidungen treffen, die mit geringer Wahrscheinlichkeit zu einem großen Erfolg führen als solche, die eine große Wahrscheinlichkeit für einen geringen Erfolg aufweisen.
Etwa zwei Drittel aller Menschen sind Träger einer Genvariante, die zu einer etwas geringeren Verfügbarkeit des Neurotransmitters Dopamin im Gehirn führt. Verschiedene wissenschaftliche Arbeiten konnten bereits nachweisen, dass diese unterschiedlichen Genvarianten mit einer geringeren Fähigkeit zum Belohnungsaufschub zusammenhängen. Zudem konnte gezeigt werden, dass auch psychosozial-familiäre Faktoren, wie beispielsweise ein autoritärer Erziehungsstil, die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub beeinflussen.
Im Projekt GIDeCa wird vermutet, dass sowohl genetische als auch psychosozial-familiäre Faktoren mit der Fähigkeit zum Belohnungsaufschub und mit riskantem Entscheidungsverhalten zusammenhängen und dass die Effekte familiärer Risikofaktoren bei Trägern einer genetischen Risikovariante besonders stark ausgeprägt sind. Ferner interessiert uns, inwiefern sich Kinder mit unterschiedlichen ADHS-Symptomatiken (kombinierter ADHS-Subtyp bzw. primär unaufmerksamer ADHS-Subtyp) im Belohnungsaufschub und beim riskanten Entscheidungsverhalten unterscheiden.
Weiterführende Informationen zum IDeA – Projekt GIDeCA
Projektverantwortliche
Prof. Dr. Christine Freitag
Prof. Dr. Caterina Gawrilow
Dr. Wolfgang Rauch
Mitarbeiter
Dr. Christina Schwenck
Tilman Reinelt, Dipl. Psych.
Andrea Wirth, Dipl. Psych.
Kooperationspartner
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Goethe-Universität Frankfurt/Main
Kontaktadresse:
Aus technischen Gründen die wiederholte Auflistung der Projektbeteiligten, die am DIPF beschäftigt sind:
