Die Bildungsforschung konnte in den letzten Jahren in zahlreichen Studien zeigen, dass Kinder bereits vor dem Eintritt in die Schule wichtige Vorkenntnisse besitzen, die ihnen das Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen erleichtern. Kindergartenkinder, die erkennen, dass sich Wörter aus einzelnen Lauten zusammensetzen, haben später beispielsweise seltener Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen. Kindergartenkinder mit einem guten Verständnis dafür, dass Zahlen mit Mengen verknüpft sind, zeigen später seltener Schwierigkeiten beim Erwerb der Schulmathematik. Welche Bedeutung in dieser frühen Entwicklung darüber hinaus der Gedächtniskapazität und -leistung eines Kindes zukommt, ist bisher kaum erforscht. Diese Frage steht im Zentrum des Projektes Gedächtnis und Schulfähigkeit, in dem untersucht werden soll, inwieweit sich begrenzte Gedächtnisfähigkeiten von Kindergartenkindern auf ihre späteren Schulleistungen auswirken. Es wird vermutet, dass Kindergartenkinder mit bestimmten Schwächen im Gedächtnis häufiger zu den Kindern gehören werden, die später Schwierigkeiten beim Erwerb von Lesen, Schreiben oder Rechnen aufweisen. In welchem Ausmaß die Schwierigkeiten von den Kindern auch selbst wahrgenommen werden und sich auf ihre Lernmotivation und ihr Lernverhalten auswirken, sind weitere Aspekte, die erforscht werden sollen.
Weiterführende Informationen zum Projekt Gedächtnis und Schulfähigkeit
