Wirksamkeitsevaluation einer unterrichtsintegrierten Förderung von Mengen-Zahlen-Kompetenz und Selbstregulation zur Sekundärprävention von Rechenschwierigkeiten.
Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass rechenschwache Kinder Defizite in basalen Mengen-Zahlen-Kompetenzen aufweisen, welche sich üblicherweise bereits im Kindergarten entwickeln und schon zu dieser Zeit gefördert werden können. Eine solche mathematische Förderung erwies sich für einen Transfer auf mathematische Schulleistungen besonders dann als erfolgreich, wenn sie ein halbes Jahr vor bis ein halbes Jahr nach Schulbeginn einsetzte. Forschungsergebnisse aus dem Bereich des selbstregulierten Lernens weisen zudem darauf hin, dass ein Transfer fachspezifischer Kompetenzen noch gesteigert werden kann, wenn der Erwerb dieser Kompetenzen mit der Förderung selbstregulatorischer Kompetenzen kombiniert wird. Die Effektivität einer kombinierten Förderung von mathematischen und selbstregulatorischen Kompetenzen im Anfangsunterricht wurde bisher noch nicht untersucht und ist Gegenstand des Projekts „Numbers“.
Das Projekt „Numbers“ hat zum Ziel, durch eine in den Anfangsunterricht integrierte gezielte Förderung von Mengen-Zahlen-Kompetenzen und selbstregulatorischen Fähigkeiten dem Auftreten von Rechenschwierigkeiten vorzubeugen.
Im März 2010 fand eine Voruntersuchung mit etwa 800 Erstklässlern aus dem Raum Frankfurt, Offenbach und Darmstadt statt. Im Mittelpunkt dieser Erhebung stand die Erfassung basaler Mengen-Zahlen-Kompetenzen sowie selbstregulatorischer und schriftsprachlicher Fähigkeiten. Im Anschluss wurden die Lehrkräfte der teilnehmenden Klassen in der Durchführung der Fördermaßnahmen geschult und implementierten die Fortbildungsinhalte über 8 Wochen in ihren Unterricht. Im Juni 2010 wurden die Kinder ein zweites Mal untersucht. Die hier erhobenen Daten sollen Aussagen über kurzfristige Effekte der Fördermaßnahmen erlauben. Eine dritte Erhebung zur Erfassung langfristiger Fördereffekte ist für Februar 2011 geplant.
Das Projekt „Numbers“ ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Gießen.
Prof. Dr. Gerhard Büttner (Goethe-Universität Frankfurt)
Dr. Barbara Otto (Goethe-Universität Frankfurt)
