Aufgrund intensivierter Kooperationen zwischen europäischen Staaten sowie der in den meisten Staaten Europas steigenden Komplexität von Entscheidungsprozessen im Bildungswesen wird der Analyse sowohl der Führungsstile von Schulleiterinnen und Schulleitern als auch ihres Einflusses auf die Schülerleistungsentwicklung in den letzten Jahren erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Das gestiegene Interesse an Schulleitung ist in diesem Zusammenhang auch auf empirische Befunde zurückzuführen, die Anhaltspunkte dafür liefern, Schulleitung als eine entscheidende Einflussgröße für die Verbesserung der Schulqualität zu verstehen. LISA (Leadership Improvement for Student Achievement) geht der Kernfrage nach, welche Rolle die Führungsstile der Schulleitung, ihre Einstellungen und Leitungspraxis im Hinblick auf die Verbesserung und Wirksamkeit der Schule spielen können, insbesondere im Hinblick auf die Ergebnisse aus Studien zu Schülerbasiskompetenzen wie PISA.
LISA geht folgenden zentralen Forschungsfragen nach:
1. Wie ist die Leitungsfunktion von Schulleitern an Sekundärschulen im Bildungssystem des jeweiligen Landes verankert?
2. Wie nehmen Leiterinnen und Leiter von Sekundarschulen ihre eigene Rolle – bevorzugter Führungsstil – und ihre Wirksamkeit in Hinblick auf eine Gesamtverbesserung der Bildungsqualität wahr?
3. Welche mittelbaren Faktoren und Mechanismen stehen den Schulleitungen zur Verfügung, um einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler auszuüben?
Zur Klärung dieser Fragen werden folgende methodischen Ansätze verfolgt:
Ad 1: Dokumentarische Analysen, Fragebögen, Semi-strukturierte Interviews
Ad 2: Hypothetische Modellkonstruktion unter Verwendung von Strukturgleichungsmodellen, Operationalisierung auf Grundlage modellgeleiteter Selbst- und Fremdwahrnehmungsinstrumente
Ad 3: Quantitative Sekundäranalysen internationaler Datensätze aus TIMSS und PISA, um Pfadkoeffizienten für jedes beteiligte Land zu schätzenLISA wird gefördert von der “Education, Audiovisual and Culture Agency Executive Agency” (EACEA). Die Agentur ist für die Vergabe und Verwaltung eines Teils der EU-Mittel für Bildung, Kultur und Audiovisuelle Medien zuständig.
Dr. Stefan Brauckmann (DIPF, Berlin)
Prof. Dr. Petros Pashiardis (Open University, Zypern)
Prof. Dr. Jaap Scheerens (Universität Twente, Niederlande)
