Das Projekt „Schulreifes Kind“ hat zum Ziel, Entwicklungsverzögerungen bei Vorschulkindern frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Fördermaßnahmen auszugleichen, so dass alle Kinder gleiche Startvoraussetzungen für den Schulanfang erhalten und Rückstellungen vom Schulbesuch vermieden werden. Dazu wurde durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg ein verzahntes Förderkonzept für Kindergärten und Grundschulen entwickelt, das derzeit an mittlerweile mehr als 200 Modellstandorten in Baden-Württemberg umgesetzt wird. 24 bis 15 Monate vor der Einschulung legen die Erzieherinnen und Erzieher fest, ob bei einem Kind Förderbedarf besteht oder nicht. Hierbei können die Ergebnisse der vom Sozialministerium Baden-Württemberg neu konzipierten Einschulungsuntersuchung, die derzeit in zwölf Landkreisen modellhaft erprobt wird, hinzugezogen werden. Der Förderbedarf wird einem bei den Landratsämtern angesiedelten „Runden Tisch“ gemeldet, an dem Schule, Kindergarten, Gesundheitsamt, Frühförderstelle und die betroffenen Eltern über das konkrete Förderangebot für das jeweilige Kind beraten und entscheiden. Zu den möglichen Maßnahmen zählen u.a. Sprachförderung, Schulung der Feinmotorik und Konzentrationstraining. Die Förderung variiert je nach Modellvariante in Dauer, Umfang, Ort und durchführender pädagogischer Fachkraft.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleituntersuchung sollen folgende Fragen beantwortet werden:
Das Projekt wird in Kooperation mit den Universitäten Würzburg (W. Schneider) und Heidelberg (H. Schöler) durchgeführt.
Ein Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit am DIPF ist die Frage nach dem Einfluß familiärer / sozialer Faktoren auf das Lernen und den Erfolg von Förderung sowie dem prädiktiven Wert der vorschulischen Fähigkeit zum Belohnungsaufschub – als Basis von volitionaler Kompetenz und Selbstdisziplin – für spätere Schulleistungen.
