Steuerungsstrukturen im Schulwesen - Zentralabitur

Bereits seit 2005 untersucht das DIPF gemeinsam mit Prof. Dr. Katharina Maag-Merki (Universität Zürich) Auswirkungen der Einführung des Zentralabiturs in den Ländern Hessen und Bremen, wo zentrale Abiturprüfungen zeitgleich 2007 eingeführt wurden. Damit kann eines der wichtigsten Elemente der „Neuen Steuerung“ im Bildungswesen evaluiert werden. Bislang konnten  kurzfristige Effekte im Wechsel von einem dezentralen zu einem zentralen Prüfungs­system nachgewiesen werden.

Die Ergebnisse deuten in die Richtung von zumindest kurzfristigen positiven Veränderungen, allerdings in Abhängigkeit von Fach und Kurs. Zudem zeigen sich in verschiedenen Bereichen nur geringe oder keine Effekte oder nicht-lineare Entwicklungsverläufe. Allerdings bleibt unklar, ob die identifizierten Effekte nach­haltig sind, da auf der Basis des bisherigen Forschungsstandes Befunde zu Langzeiteffekten fehlen und Studien aus der Schulentwicklungs- und Implementationsforschung inkonsistente Entwicklungen nahe legen.

Aus diesem Grund bietet die jetzige, DFG-geförderte  Anschluss­studie die einmalige Möglichkeit zu untersuchen, inwiefern die Implementation zentraler Abiturprü­fungen längerfristig (5 Jahre) die Quali­täts­entwicklung im Bildungs­system unterstüt­zen kann. Dies erfolgt in 37 Schulen in Bremen und Hessen unter Berück­sichti­gung unter­schied­licher Erhebungsverfahren (z.B. Leistungs­test, standardisierte Fragebögen für Schü­ler/-innen, Lehrper­sonen) sowie komplexer Auswer­tungs­methoden (multivariate Verfahren im Mehr­ebenen­system (HLM, Mplus)). Ergebnisse werden den beteiligten Schulen und Ministerien zurückgemeldet.

Status
  • laufend
Laufzeit
2011-2012
Arbeitseinheit
Bildungsqualität und Evaluation
Projektleitung
Eckhard Klieme