Der Blick auf die PISA-Ergebnisse (PISA 2000) zeigte zwischen Deutschland und Kanada u.a. eine deutliche Differenz im Profil der Schülerleistungen in den Bereichen Lesekompetenz sowie mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung. Die Ergebnisse der getesteten 15-jährigen Schüler in Kanada waren insgesamt nicht nur deutlich besser als die der deutschen Schüler; sie lagen außerdem in allen drei Bereichen überwiegend in den mittleren bis oberen Kompetenzstufen (Kompetenzstufen 3 bis 5), die der deutschen überwiegend in den unteren bis mittleren (Kompetenzstufen 1 bis 3). Zudem schlug der jeweilige sozioökonomische Hintergrund auf die Leistungen kanadischer Schüler offenbar, ganz im Gegensatz zu denen der deutschen Schüler, vergleichsweise wenig durch.
Das vom BMBF geförderte Projekt ging der Frage nach, worin Unterschiede in den Steuerungsstrategien der Schulsysteme und in der Anwendung bestimmter Steuerungsinstrumente bestehen und wie sie sich auf die schulischen Leistungen auswirken. Der Zusammenhang zwischen dem Erfolg von Schulsystemen, insbesondere in Form der schulischen Leistungen, und der Steuerung der Schulsysteme wurde mittels eines kriteriengeleiteten, vertiefenden Vergleichs der Bildungssysteme Kanadas und Deutschlands untersucht, und zwar vor allem auf der Ebene der Provinzen bzw. Länder und unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des „Kulturförderalismus“. Dabei wurden quantitative und qualitative Analysen miteinander verknüpft.
Das Projekt wurde unter Federführung des DIPF, Arbeitseinheit Steuerung und Finanzierung des Bildungswesens, von einer multidisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppe und in enger Kooperation mit Partnern in Kanada durchgeführt.
