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Autor:
Gebel, Tobias; Grenzer, Matthis; Kreusch, Julia; Liebig, Stefan; Schuster, Heidi; Tscherwinka, Ralf; Watteler, Oliver; Witzel, Andreas:

Titel:
Verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist
Datenschutz in qualitativen Interviews

Quelle:
In: Forum qualitative Sozialforschung, 16 (2015) 2 , 1-22

URL des Volltextes:
http://www.dipfdocs.de/volltexte/2015/11042/pdf/FQS_16_2_2015_Verboten_ist_was_nicht_ausdruecklich_erlaubt_ist.pdf

Sprache:
Deutsch

Dokumenttyp:
3a. Beiträge in begutachteten Zeitschriften; Aufsatz (keine besondere Kategorie)

Schlagwörter:
Archivierung, Datenschutz, Deutschland, Interview, Qualitative Forschung, Sekundäranalyse


Abstract:
Qualitative Daten in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften müssen verstärkt verschiedenartigen Anforderungen gerecht werden. Förderinstitutionen fordern die langfristige Aufbewahrung von Primärdaten - entsprechend der Standards "guter wissenschaftlicher Praxis" sollen Forschungsdaten über das originäre Forschungsvorhaben hinaus verfügbar sein -, und internationale Fachzeitschriften erwarten vermehrt die Bereitstellung von Primärdaten, um Forschungsergebnisse für Dritte nachvollziehbar veröffentlichen zu können. Für eine digitale Archivierung und entsprechende Weitergabe qualitativer Interviewdaten, also personenbezogener Daten im Sinne der Datenschutzgesetze, lassen sich drei zentrale Probleme identifizieren: 1. Die Archivierung und Weitergabe von Forschungsprimärdaten ist an die Einwilligung der an der Studie teilnehmenden Personen gebunden. 2. Die Primärdaten sind zu anonymisieren, sobald der Forschungszweck dies ermöglicht. 3. Die aktuellen Datenschutzbestimmungen beinhalten eine Löschungspflicht für personenbezogene Daten, die im Widerspruch zu den Forderungen der Forschungsförderer und den Standards "guter wissenschaftlicher Praxis" steht. Genau an diesen Problemen setzt die vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) gegründete Arbeitsgruppe "Datenschutz und qualitative Sozialforschung" an. In der Arbeitsgruppe erarbeiten Fachvertreterinnen und Fachvertreter der qualitativen Sozialforschung gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Rechtswissenschaften Empfehlungen zum praktischen Umgang mit qualitativen Interviewdaten. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppe präsentiert. (DIPF/Autor)

Abstract(englisch):
Qualitative data in the social sciences and economics have new requirements for their use in research practice. Funding agencies require more long-term archiving of data. The standards of "good scientific practice" expect data access beyond the research project. Furthermore, international journals expect published research results to be more transparent and traceable. To answer the demands of digital long-term preservation and data-sharing, three problems can be identified. 1. Archiving and sharing data require the consent of participants. 2. Data need to be anonymized as soon as the purpose of the research makes it possible. 3. Current privacy laws contain an obligation to delete personal data. In order to find solutions for these problems, the German Data Forum (RatSWD) founded the working group "Privacy and qualitative data." In this working group qualitative researchers and lawyers developed references/suggestions for the practical handling of qualitative interview data. In this this article we present the results of the working group. (DIPF/Autor)


DIPF-Abteilung:
Informationszentrum Bildung

Notizen:

zuletzt verändert: 11.11.2016