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Apropos DIPF

Nachruf

Das DIPF trauert um Dr. Jean-Paul Reeff, der am 6. Mai 2018 in Berlin verstorben ist.

Wir veröffentlichen an dieser Stelle einen Nachruf zu Dr. Jean-Paul Reeff von Prof. Dr. Marc Rittberger und Dr. Nina Jude.

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Plötzlich und unerwartet verstarb am 6. Mai 2018 in Berlin Dr. Jean-Paul Reeff, der seit 2006 die Servicestelle „International Cooperation in Education (ICE)“ im Informationszentrum Bildung leitete. Das DIPF trauert um einen national und international hoch angesehenen Kollegen, der wesentliche Impulse für die Institutsentwicklung gab.

Ohne seine innovativen Anregungen und seine weit gespannte Vernetzung in Wissenschaft und Bildungsadministration wäre das Institut in PIAAC und PISA auf internationaler Ebene nicht so erfolgreich und sichtbar geworden. Auch die Konzeption des TBA-Zentrums (Technology-Based Assessment) am DIPF wurde wesentlich von seinen Ideen geprägt. Selbst als Psychologe und Informatiker ausgebildet, verband er in seinem Denken und seinen Planungen auf kreative Weise die Perspektiven von Educational Technology, Assessment und Pädagogischer Psychologie. Hinzu kamen vielfache Aktivitäten mit Blick auf die Bildungspolitik und Bildungsadministration bis hin zu supranationalen Organisationen wie OECD und Unesco. Die Kontakte und Initiativen, die Jean-Paul Reeff pflegte, haben das ICE weithin sichtbar gemacht und den Abteilungen des DIPF viele Türen geöffnet.

Auch außerhalb des DIPF verdankt die Bildungsforschung ihm zahlreiche Impulse, vor allem für das Large Scale Assessment (PISA, PIAAC) und den Einsatz von Technologie im Bildungsbereich. Akteure aus Wissenschaft und Bildungsadministration im In- und Ausland fanden in ihm einen engagierten Berater. Vor seiner Arbeit am DIPF war er an Universitäten in Österreich und Deutschland sowie beim luxemburgischen Unterrichtsministerium tätig, vertrat beispielsweise Luxemburg in Gremien der OECD und der IEA und hatte dadurch Einfluss auf die Entwicklung internationaler Schulleistungsstudien. Später arbeitete er als unabhängiger Berater und fand über diese Funktion auch seine Rolle am DIPF, so dass er parallel auch in anderen Zusammenhängen tätig wurde, u.a. in der Entwicklungszusammenarbeit der GIZ. Daraus entwickelte sich wiederum in Zusammenarbeit mit dem TBA-Zentrum ein Projekt zu computerbasierten Aufnahmetests an Schulen in Afghanistan, das dazu beitragen sollte, Bildungschancen fair zu verteilen, nicht nach Macht oder Geld oder Geschlecht. Dieses Projekt in Kabul zeigt exemplarisch, wie kreativ und risikofreudig Jean-Paul Reeff dachte und handelte, um Bildung zu verbessern.

Vorstand, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DIPF werden ihn als einen herzlichen und zugewandten Menschen in Erinnerung behalten, der seine Ideen stets offen und freigiebig teilte und die Entwicklung aller Mitarbeitenden förderte. Seine breite Fachkompetenz, seine Weltgewandtheit, seine Initiative und sein visionäres Denken haben das DIPF, aber auch darüber hinaus viele Menschen und Institutionen bereichert. Das Institut wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Im Namen des DIPF

 

Prof. Dr. Marc Rittberger                                                    Dr. Nina Jude

Stellv. Geschäftsführender Direktor                                     Vorsitzende des Gesamtpersonalrats

zuletzt verändert: 22.05.2018