Roboter als Lehrkräfte, Nachhaltigkeit als Schulfach?

Roboter als Lehrkräfte, Nachhaltigkeit als Schulfach?
@ DIPF

An der Elisabethenschule in Frankfurt/Main haben Schüler*innen, Lehrkräfte sowie sieben Forschende vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation darüber diskutiert, wie wohl Kinder und Jugendliche in der Zukunft lernen könnten. Es ging dabei um mögliche technische Hilfsmittel, welche neuen Fähigkeiten die Zukunft erfordert und was Schule braucht, damit sich alle dort wohlfühlen.

In der Schule der Zukunft gibt es keine Schulbücher, keinen schweren Ranzen und auch keinen Tintenfüller mehr – alle Schüler*innen werden Tablets zum Üben, Schreiben und Recherchieren benutzen, so die Prognose der Teilnehmenden. Technische Hilfsmittel müssten jedoch immer mit Blick auf ihren Bedarf an Ressourcen und Energie bewertet werden.

Fazit einer weiteren Session war, dass individuelle Fördermaßnahmen mit digitalen Tools gezielt eingesetzt werden müssten, um „Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen“. Abgesehen davon brauche es das vertrauensvolle Miteinander zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen. Geschützte Räume seien dafür wichtig. Um über besonders heikle Themen wie Sex und Drogen zu sprechen, sollen regelmäßig externe Gäste an die Schule kommen.

Viele Schüler*innen betonten, dass sie in der Schule auf das echte Leben vorbereitet werden wollen – und das beinhalte eben auch hinreichende Medienkompetenzen, Kenntnisse über mögliche Berufe sowie Sicherheit beim Umgang mit Steuererklärungen, Formularen und dem Gesundheitssystem. Zugleich standen Sinn und Zweck von Schulnoten zur Diskussion.

Fit werden für das Leben der Zukunft

Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen Schulen vor großen Herausforderungen. Es gilt, Kinder und Jugendliche mit ihren sehr unterschiedlichen Hintergründen und Ausgangsbedingungen möglichst gut zu fördern. Auch der Mangel an Lehrkräften ist an den Schulen immer stärker zu spüren. Hinzu kommt die Digitalisierung, die längst nicht gemeistert ist, die aber zugleich viele neue Möglichkeiten und Herausforderungen eröffnet.

Wie also werden wir morgen und übermorgen lernen? Und welche Wünsche und Ideen haben die heutigen Lernenden dafür? Diese Leitfragen verfolgt das BMBF-Projekt „enorM – Lernen von (ÜBER)MORGEN“ im Rahmen des „Wissenschaftsjahrs 2022 – Nachgefragt!“. Dafür suchen Forschende des DIPF in verschiedenen Veranstaltungsformaten den Austausch mit Schüler*innen, lassen sich von ihnen ausfragen, aber hören ihnen auch selbst zu, fragen nach und tragen ihre Ideen zusammen. Der Hackathon ist einer der Höhepunkte bei „enorM“.

Die Ergebnisse fließen in ein Serious Game ein, das im Oktober 2022 veröffentlicht und auch nach Projektende verfügbar bleiben wird – etwa als Denkanstoß, um im Unterricht über die Digitalisierung der Bildung, das Klassenzimmer von morgen oder das Zusammenleben an der Schule zu diskutieren.

Zur Website des Projekts

Weitere Informationen über das Projekt enorM am DIPF