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DIPF in den Medien

„Bestmögliche individuelle Förderung für bestmögliche individuelle Leistungen“

Wie erreichen wir für Kinder möglichst faire Bildungschancen? Das war das Thema der Sendung „Redezeit“ von NDR Info am 23. März 2017. Das Ganze wurde von verschiedenen Expertinnen und Experten diskutiert – darunter von Professor Dr. Kai Maaz vom DIPF.

Als erster Ansatzpunkt, um die Bildungschancen ausgewogener zu gestalten, wurde in der Sendung darüber gesprochen, die benoteten Hausaufgaben abzuschaffen – wie es derzeit in Mecklenburg-Vorpommern gefordert wird. Denn Kinder aus weniger privilegierten Familien würden zu Hause beim Erledigen der Hausaufgaben weniger von ihren Eltern unterstützt, so der Ansatz. Direkte Benotungen von Hausaufgaben hält Bildungsforscher Maaz zwar auch für wenig sinnvoll, wertete sie in der Diskussionsrunde aber zugleich als „kleinsten Hebel“, um Bildungschancen ausgewogener zu gestalten. Denn: Die unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Schülerinnen und Schüler ins Bildungssystem mitbringen, könne man durch Änderungen bei den Hausaufgaben kaum ändern. „Auf diese Heterogenität der Lernvoraussetzungen muss man im Unterricht reagieren“, so Maaz. 

Im weiteren Verlauf des Gesprächs, in das sich auch viele Zuhörerinnen und Zuhörer mit Fragen und Anregungen einbrachten, wurden dann zahlreiche weitere Möglichkeiten diskutiert, die Bildungschancen für alle zu verbessern. Professor Maaz hielt dabei zunächst fest, dass man sicher nie alle Kinder auf ein gleiches Leitungsniveau bringen werde. Es gelte aber, sie bestmöglich individuell zu fördern, damit sie ihre individuell bestmöglichen Leistungen bringen können. Dafür gebe es auch gute Ansätze und Konzepte. Allerdings schränkte der DIPF-Wissenschaftler ein: „Mit den jetzigen Ressourcen im Bildungssystem ist das nur schwer umsetzbar.“

Weitere Gesprächspartner von „Redezeit“ waren Simone Oldenburg, Vorsitzende und Bildungsexpertin der Fraktion der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, und Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Die gesamte Sendung kann online gehört werden.

zuletzt verändert: 24.03.2017