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DIPF in den Medien

„Die Diskussion um die Wertigkeit des Abiturs ist berechtigt“

Dr. Marko Neumann war in der WDR5-Sendung Leonardo zu Gast, um über den Wert des Abiturs zu sprechen.

In der Diskussion um das Abitur wird häufig beklagt, es sei heute viel leichter als noch vor einigen Jahren. Obwohl Abiturientinnen und Abiturienten heute weniger wüssten, sei die Allgemeine Hochschulreife zum „Massenabschluss“ geworden. Dr. Marko Neumann, stellvertretender Leiter der Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens am DIPF, erklärte in der WDR5-Sendung Leonardo – Wissenschaft und mehr, dass Fragen zum Wert des Abiturs durchaus berechtigt seien. Schließlich ginge die heutige hohe Abiturientenquote mit einem gleichzeitigen Anstieg der Durchschnittsnoten einher. „Allerdings lässt sich die Aussage, das Abitur sei leichter geworden, nicht wissenschaftlich bestätigen“, so der Bildungsforscher. „Es liegen weder empirischen Belege dafür vor, dass die insgesamt besseren Noten das Ergebnis von besseren Leistungen sind, noch, dass Abiturienten heute weniger wissen.“ Besser sei die Forschungslage zu den Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern am Ende der Sekundarstufe I. So ließe sich beispielsweise anhand der Vergleichsstudie PISA zeigen, dass die Kompetenzen am Ende der neunten Klasse im Zeitverlauf stabil seien. Grundsätzlich seien die Anforderungen an die Kenntnisse, die mit der Allgemeinen Hochschulreife erworben werden, jedoch hoch, da das Abitur in Deutschland für sämtliche Studiengänge befähigen soll.

Die gesamte Sendung zum Nachhören
(Beginn des Gesprächs bei ‘21:40)

zuletzt verändert: 19.06.2017