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DIPF in den Medien

"Die Zukunft liegt in mehr länderübergreifender Koordination"

Prof. Dr. Eckhard Klieme beleuchtet in einem großen Interview zahlreiche Aspekte der aktuellen Schulpolitik.

Kooperationsverbot, Einfluss von Stiftungen, der Nutzen von Bildungsstandards für die Unterrichtsentwicklung und das Abitur: Das sind nur einige der derzeit viel diskutierten Themen, die der Bildungsforscher des DIPF im Gespräch mit dem Journalisten Jan-Martin Wiarda thematisiert.

Sehr differenziert äußert sich Professor Klieme zum Beispiel zum Föderalismus in der Bildungspolitik. Zum einen hält er es für durchaus richtig, dass die Bundesländer bei der Schul- und Unterrichtsentwicklung eigene Wege gehen. Zugleich hält er es für ineffizient, dass sie nicht systematisch voneinander und miteinander lernen: „Was uns im Moment fehlt, sind nachhaltige Institutionen, die ein Gedächtnis bildungspolitischer Wirksamkeit schaffen und ein Motor für Innovationen sind.“ Mehr bundesweite Abstimmung sei nötig, so Klieme.

Als einen Grund für diese Einschätzung nennt er, dass derzeit „zentrale Fragen eher zufällig, zersplittert und damit ineffizient bearbeitet werden“. Ergebnis sei, dass in der bildungspolitischen Debatte Stiftungen und Verbände in die Lücke stoßen und Themen besetzen. Zwar hält er es für gut, dass diese sich für das Bildungswesen engagieren, „doch wenn der Mangel an Diskurs auf nationaler Ebene ersetzt wird durch Verlautbarungen von Stiftungen, dann zeigt das unser Problem.“

Auch die Debatte über die kompetenzorientierten Bildungsstandards nimmt Eckhard Klieme als unausgewogen wahr. Die Vergleichsarbeiten seien eine Unterstützung für Lehrkräfte, um den Schülerinnen und Schülern ein systematisches Verständnis fachlicher Kernthemen näherzubringen. Nicht mehr, denn das alleine mache noch keinen guten Unterricht aus: „Der muss fachliche Konzepte darstellen und verknüpfen, die Kinder und Jugendlichen zum eigenen Denken herausfordern, ihnen aber auch Anerkennung und Wertschätzung vermitteln und das Ganze gut orchestrieren.“

Das gesamte Interview mit Prof. Dr. Eckhard Klieme im Blog von Jan-Martin Wiarda

Professor Klieme ist Direktor der DIPF-Abteilung Bildungsqualität und Evaluation. Schwerpunkte der Arbeit des Erziehungswissenschaftlers sind: Unterrichtsqualität, Evaluationen im Bildungsbereich, Leistungsmessung und -beurteilung in Schulen und internationale Bildungsvergleiche wie PISA.

zuletzt verändert: 07.09.2017