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DIPF in den Medien

„In den Rohstoff Bildung investieren“

hr2 Kultur: Vor dem Hintergrund des Bundestagswahlkampfs erläutert Prof. Dr. Kai Maaz Ansätze, Bildung sozial gerechter zu gestalten.

Die hr2-Sendung „Der Tag“ beleuchtet die bildungspolitischen Vorschläge, die derzeit im Wahlkampf genannt werden – darunter die Gebührenfreiheit von der Kita bis ins Studium und die Neuregelung der Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern. Helfen diese Ansätze, die in Deutschland nach wie vor vorhandene hohe soziale Ungleichheit im Bildungssystem zu verringern? Bildungsforscher Kai Maaz vom DIPF sieht es skeptisch. In Bezug auf die Bildungsgebühren weist er darauf hin, dass diese im vorschulischen Bereich bereits nach sozialer Herkunft gestaffelt seien. „Von einer Abschaffung würden daher eher die Besserverdienenden profitieren“, so Maaz. Die Schule sei bis zum Abitur sowieso kostenfrei und auch wenn es derzeit keine allgemeinen Studiengebühren gebe, sei an den Hochschulen kein maßgeblicher Abbau sozialer Ungleichheiten zu beobachten.

Maaz plädiert stattdessen dafür, die Qualität in den Bildungseinrichtungen gezielt zu verbessern und mit individuellen Förderprogrammen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien möglichst früh zu beginnen. Auch die Diskussion um das sogenannte Kooperationsverbot (Bund und Länder dürfen im Bildungsbereich per Grundgesetz nur in Ausnahmefällen kooperieren), hält er für wenig zielführend: „Das reduziert ein gesamtstaatliches Abstimmungsdefizit auf eine verfassungsrechtliche Frage.“ Zunächst gelte es ganz allgemein „mehr Geld in die Hand zu nehmen und in den Rohstoff zu investieren, ihn zu veredeln, den wir haben: Bildung“. Wichtig sei es dabei nur, nachhaltige Lösungen anzustreben sowie Qualitäts- und Strukturverbesserungen in den Blick zu nehmen.


Die gesamte Sendung mit den Einschätzungen von Kai Maaz ab Minute 6:30

 

Professor Dr. Kai Maaz ist Direktor der DIPF-Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens und Sprecher der vom DIPF koordinierten Autorengruppe des nationalen Bildungsberichts. In der Radio-Sendung bezog sich Professor Maaz unter anderem auf die Analysen und Auswertungen des aktuellen Berichts, der alle zwei Jahre als gesamtdeutsche Bestandsaufnahme erstellt wird.

zuletzt verändert: 01.09.2017