Instrumente gegen den Fachkräftemangel

Instrumente gegen den Fachkräftemangel
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In einer Sendung des Hessischen Rundfunks zum Fachkräftemangel in verschiedenen Berufen hat sich Prof. Dr. Kai Maaz für eine frühere und systematische Berufsorientierung an den Schulen ausgesprochen.

Demnach müssten Kinder bereits in der Sekundarstufe I und nicht erst ab der achten Klasse systematisch mit möglichen Berufen vertraut gemacht werden, betonte der Geschäftsführende Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Maaz verwies zugleich auf sehr stereotype Berufswünsche bei den 15-Jährigen. So stünden bei den Mädchen die Berufe Lehrerin, Erzieherin und Ärztin an oberster Stelle, bei den Jungen seien die Berufe Maschinenbauer, KFZ-Mechatroniker und Polizist am beliebtesten. Neue Berufe seien hingegen auffallend wenig vertreten. Berufe, die früher beliebt waren, hätten heute Probleme Nachwuchs zu finden, gerade auch im Handwerk. In anderen Berufen wiederum, etwa im kaufmännischen Bereich oder auch bei Bauzeichner*innen und Chemielaborant*innen, strebten zunehmend auch Abiturient*innen auf den Ausbildungsmarkt. „Damit reduziert sich wieder das Angebot für diejenigen, die nicht über das Abitur verfügen“, so der Bildungsexperte.

Zugleich betonte Maaz die Wichtigkeit einer beruflichen Ausbildung: „Langfristig wird man in der Zukunft ohne Ausbildung weniger Flexibilität haben und weniger Entscheidungsspielräume nicht nur bei der Wahl einer aktuellen beruflichen Tätigkeit, sondern auch bei einer längerfristigen Berufskarriere.“

Zur Sendung „hr2 Der Tag“ vom 1. September (das Interview mit Prof. Dr. Kai Maaz hören Sie ab Minute 32:48)