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DIPF in den Medien

Intelligenzvergleich zwischen G8 und G9 auf dem Prüfstein

Einschätzungen von Prof. Dr. Florian Schmiedek zu einer neuen Studie in Spektrum der Wissenschaft

Die in dem Artikel vorgestellte Studie der TU Dortmund hat untersucht, wie Schülerinnen und Schüler an einem G8- und an einem G9-Gymnasium bei einem Test des Intelligenzquotienten (IQ) im Vergleich abschneiden (G8 steht für acht Jahre bis zum Abitur, G9 für neun). Gemessen wurde jeweils drei Jahre vor den Abschlussprüfungen, also an dem G8-Gymnasium in der 10. und an der G9-Einrichtung in der 11. Klasse. Zu diesem Zeitpunkt sollte an beiden Gymnasiumsformen der gleiche Stoff durchgegangen worden sein. Doch beim IQ-Test zeigten sich Unterschiede: Die G9-Gymnasiastinnen und -Gymnasiasten schnitten in den meisten kognitiven Fähigkeiten besser ab.

Wie sind diese Befunde zu bewerten? Dazu finden sich in dem Beitrag einige Stimmen aus der Wissenschaft, die vor zu weitreichenden Schlussfolgerungen warnen. DIPF-Forscher Schmiedek hält etwa systematische IQ-Unterschiede zwischen den Jahrgängen für unwahrscheinlich. Er merkt an, dass insbesondere der Einfluss des Alters auf die Intelligenzwerte in der Studie nur schwer kontrolliert werden konnte. Zudem weist der Psychologe darauf hin, dass die Ergebnisse nur auf Stichproben an zwei Schulen in Nordrhein-Westfalen beruhen: „Für praktische Empfehlungen braucht es weitere Studien mit mehr Schulen und in anderen Bundesländern“, so sein Urteil.

Der gesamte Artikel von Spektrum der Wissenschaft mit vielen weiteren Einschätzungen

Florian Schmiedek ist Professur für Methoden der Entwicklungs- und Pädagogischen Psychologie am DIPF und der Goethe-Universität Frankfurt. Unter anderem erforscht er im Rahmen des Forschungszentrums Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk (IDeA) die kognitiven Leistungen von Schülerinnen und Schülern.

zuletzt verändert: 13.12.2017