Nach den Schulschließungen: Den Leistungsstand erheben, Förderbedarfe feststellen

Hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bildung und die heranwachsende Generation ist die Expertise des DIPF in den Medien weiterhin sehr gefragt. In der Sendung „Kind-gerecht? Die Zukunft einer Generation“ beim Hessischen Rundfunk hat Prof. Dr. Kai Maaz, der Geschäftsführende Direktor des DIPF, am 23. Februar dafür plädiert, „schnell Informationen über den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler zu generieren und darauf auch ganz schnell Förderungen aufzubauen.“

Nach seiner Auffassung sollten die Lehrkräfte selbst in den Schulen die individuellen Förderbedarfe ihrer Schüler*innen feststellen. Das vielerorts eingeführte Wechselmodell könne genutzt werden, um etwa Lerngruppen entlang den bestehenden Bedarfen einzurichten. Für zusätzliche Angebote solle man etwa personelle Ressourcen aus dem Ganztag nutzen, aber auch Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie von lerntherapeutischen Einrichtungen prüfen. Maaz sprach sich zugleich gegen den Vorschlag aus, das gesamte Schuljahr zu verlängern – dies hätte zu große Folgewirkungen beispielsweise bei den Übergängen in die Ausbildung, aber auch bei der Einschulung.

Zum Gespräch auf HR2 (ab Minute 47:10)

Auch gegenüber der Deutschen Presseagentur hat sich Maaz zu den Folgen der Schulschließungen geäußert. Insgesamt rechne er damit, dass die derzeitige Krise die Leistungsunterschiede in den Klassen verstärke. „Wenn wir jetzt nicht investieren und alles daransetzen, die entstanden Lernrückstände wieder aufzufangen, werden die Folgekosten in der Zukunft erheblich größer ausfallen“, so der Bildungsexperte. Der Artikel ist in zahlreichen Zeitungen erschienen, unter anderem in der Aachener Zeitung.